Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Kaiserslautern gegen Stuttgart. Da war es wieder, das typische Betzenberg-Gefühl. Der VfB Stuttgart führte auf Deutschlands höchster Fußballerhebung schon 3:0. Doch was heißt das schon in Kaiserslautern? Als Ilian Micanski in der 58. Minute auf 1:3 verkürzte, verloren die zuvor so souveränen Stuttgarter die Nerven. "Nach dem Anschlusstreffer ist eine Riesenkraft von den Zuschauern ausgegangen", beschrieb Lauterns Trainer Marco Kurz das Pfälzer Phänomen. Der Druck der Tribüne zwang den VfB in die Knie. Ehe die Schwaben es sich versahen, stand es 3:3 und das Fritz-Walter-Stadion bebte in seinen Grundfesten. Ein Wunder, dass dem FCK in dieser hitzigen Atmosphäre nicht noch der Siegtreffer gelang. Auf dem Nachhauseweg und in den Kneipen der Stadt werden sich die Fans anschließend an die Mutter aller Lauterer Aufholjagden erinnert haben: In den siebziger Jahren lag Kaiserslautern gegen Bayern München 1:4 zurück und gewann noch 7:4.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Bremen gegen Frankfurt, wie vorhergesagt. Es ist noch gar nicht so lange her, da sorgten die Bremer verlässlich für Fußball-Spektakel aller Art. Gegen die Eintracht hatten die einstigen Schöngeister indes nur noch Kampfkraft anzubieten. Da die Frankfurter das Spiel in die Spitze weitestgehend einstellten, entwickelte sich ein Spiel auf bescheidendem Niveau. Eine positive Ausnahme: Frankfurts Torwart Oka Nikolov. Seit Wochen in bestechender Form sammelte der dienstälteste Bundesligaspieler auch noch Fairplay-Punkte. Der Eintracht-Schlussmann gab auf Nachfrage des Schiedsrichters Manuel Gräfe zu, einen Schuss von Torsten Frings mit der Hand berührt zu haben. Anstatt des Abstoßes gab es Eckball für Bremen. Was wäre gewesen, wenn Werder daraufhin ein Tor erzielt hätte? "Das wäre ziemlich scheiße gewesen", sagte Nikolov und fügte noch hinzu: "Der Schiedsrichter hat einen sehr schweren Job, ich wollte ihn bei seiner Arbeit unterstützen."

Wer stand im Blickpunkt?

Schon vor dem Spieltag rückte Mario Gomez mit einem Interview in den Focus. Homosexuelle Fußballer würden befreiter aufspielen und bessere Leistungen bringen, wenn sie den Mantel des Schweigens endlich ablegen könnten, hatte der Bayernstürmer gesagt . Seine Zusatzäußerung "wenn einen etwas bedrückt, kann man nicht so gute Leistungen bringen", lässt sich auf seine eigene Situation übertragen. Beim VfB Stuttgart noch Torschütze vom Dienst, schien Gomez in München bereits gescheitert. Louis van Gaal hielt nicht viel von ihm und ließ das den sensiblen Angreifer spüren. Doch seitdem Gomez in dieser Saison von Beginn an stürmen darf, schießt er Tor um Tor. Gegen Nürnberg waren es schon wieder zwei. In den vergangenen neun Pflichtspielen traf der Nationalspieler elf Mal.

Wer sorgte für die größte Überraschung?