FC Schalke 04 – Werder Bremen

Eintracht Frankfurt – TSG Hoffenheim

Borussia Mönchengladbach – FSV Mainz 05

SC Freiburg – Borussia Dortmund

Hannover 96 – Hamburger SV

1. FC Nürnberg – 1. FC Kaiserslautern (alle Samstag, 15.30 Uhr)

Bayer Leverkusen – Bayern München (Samstag, 18.30 Uhr)

VfB Stuttgart – 1. FC Köln (Sonntag, 15.30 Uhr)

FC St. Pauli – VfL Wolfsburg (Sonntag, 17.30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Leverkusen gegen Bayern. Nach all den Mainz-Hannover-Pauli-und-so-weiter-Hype-Wochen des Saisonbeginns endlich mal ein Top-Match am Samstagabend, dem man es auch anhört, dem man es auch anfühlt. Ein Duell zweier Traditionsteams. Hier der Werksverein, der traditionell mit feinem Spielsystem nach Sympathien und Fans sucht. Traditionell vergeblich meist. Dort Mr. Big aus München, der traditionell gut vertuschen kann, dass er eine kickende Deutschland AG ist. Für die Bayern wird es jedenfalls Zeit für einen Big Point, man will ja schließlich Niederlagen gegen aufmüpfige Widersacher aus der zweiten Reihe nicht zur Tradition werden lassen.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Nürnberg gegen Kaiserslautern. 15.000 Euro musste Javier Pinola für einen guten Zweck spenden. Tolle Sache, das mit dem Geld. Dass der Nürnberger jedoch nicht mehr mitspielen darf, weil er am vergangenen Wochenende Bastian Schweinsteiger anspuckte, ist nicht gut. Was bleibt, ist ein Bundesligaspiel, welches wenig Spannung und noch weniger spielerische Klasse verspricht. Stattdessen lieber einen Spaziergang über den Hauptmarkt und die Engelsgasse. Vielleicht ist es besser dort zu schlendern, bevor in der kommenden Woche der Christkindlesmarkt eröffnet.

Wer steht im Blickpunkt?

Hans-Joachim Watzke. " Wollen wir eine Werksmeisterschaft unter Dax-Konzernen?" , fragt der Dortmunder Geschäftsführer. Und wir lassen uns zu einer Diskussion über den Wert der Tradition anstoßen. Doch vielleicht haben wir ihn falsch verstanden, vielleicht meint er die Frage gar nicht rhetorisch, vielleicht will Watzke die Frage bejaht wissen. Wenn seine Mannschaft auch in Freiburg gewinnt, werden wir uns langsam an einen Meister Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA gewöhnen müssen. Und daran, dass Watzke und seine Ideen noch mehr in den Blickpunkt rücken. Übrigens sagt Watzke auch: "Tradition ist kein Wert an sich. Wenn Rot-Weiß Essen in der Vergangenheit schlecht gewirtschaftet hat, liegt die Verantwortung dafür beim Verein." Belehrungen über den Umgang mit Geld sollen aus Dortmund ja besonders glaubwürdig sein.

Worüber werden alle nach dem Spieltag reden?

Die Fans der Bremer und die Schalker-Fans haben viel Fantasie. Aber dass ihre Teams am 13. Spieltag statt auf Platz eins oder zwei abstiegsbedroht im unteren Ende der Tabelle stehen, das mag für sie schwer zu glauben sein. Frust-Gipfel, Duell der Enttäuschten nennen schreibende Kollegen das vermeintliche Spitzenspiel. Clemens Tönnies hat "ernsthaft Sorgen!". Dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Schalker ist aufgefallen, dass sein Team mal wie ein Zweitligist, dann wie ein Champions-League-Team spielt. Das dürfte Thomas Schaaf bei seinem Werder-Team auch schon bemerkt haben. Bremen oder Schalke – wer sich am Samstag als Zweitligist gibt, wird eine Krisendebatte mit vielen Mitrednern führen dürfen.

Was wird sonst noch wichtig?

Die Ereignisse dieser Woche werden sich im Stadion spiegeln: Wir werden Polizisten mit Gewehren sehen, verschärfte Einlasskontrollen erleben, Hochsicherheitsauflagen ausgesetzt sein. Nein, der Grund dafür hat nichts mit de Maizière zu tun. Michael Meier und Wolfgang Overath, Manager und Präsident, auf der Hauptversammlung am Mittwoch ausgebuht und -gepfiffen, werden nach der erneuten Niederlage bei den kantersiegerprobten Stuttgartern vor den Kölner Fans geschützt werden müssen. (Wir geben zu, für diesen Gag geistige Anleihen bei Harald Schmidt genommen zu haben.)

Was wird das Zitat des Spieltags?

"Ich habe Spaß." Franck Ribéry grinst wie ein Zweijähriger, der nach langem Suchen die Schokoladenvorräte seiner Eltern wiederentdeckt hat, weil er gegen Leverkusen eingewechselt wurde, ein Tor vorbereitet und eines selbst erzielt hat.