VfB Stuttgart – Werder Bremen 6:0

Der VfB Stuttgart hat sein strahlendes Europa-League-Gesicht endlich auch in der Fußball-Bundesliga gezeigt und die Krise bei Werder Bremen verschärft. Durch den klaren Sieg verließ der VfB am Sonntag die Abstiegsränge, während die chancenlosen Bremer ihre vierte Niederlage in nur 13 Tagen kassierten. Ciprian Marica (10.) und Nationalspieler Cacau (31., 45.) mit einem Doppelpack trafen vor der Pause. Nach dem Wechsel machten Christian Gentner (68.), Georg Niedermeier (73.) und Arthur Boka (87.) mit ihren Toren die vierthöchste Auswärts-Niederlage der Bremer perfekt.

Beide Teams plagten Personalprobleme. Den Schwaben fehlten allein sieben Spieler, bei Werder sah es nicht viel anders aus. Bremens Trainer Thomas Schaaf brachte dennoch überraschend Sandro Wagner für seinen besten Saisontorschützen Hugo Almeida. Auch der zuletzt heftig kritisierte Mikael Silvestre rückte wieder in die Abwehrkette.

Die Stuttgarter konnten den Spieler-Aderlass kompensieren. Sie knüpften an die gute Leistung vom 3:0 aus dem Europa-League-Spiel bei Getafe in Spanien an: aggressiv, schnell, kombinationssicher und konsequent bei der Chancenauswertung. Vor allem die Umstellung in der Mittelfeld-Zentrale zahlte sich aus: Erstmals hatte VfB-Trainer Jens Keller sein Wunschduo Christian Träsch und Christian Gentner aufbieten können – und durfte sich bestätigt fühlen.

Schon zur Halbzeit war die Partie entschieden. Die Bremer gingen zwar das hohe Tempo des VfB mit, doch erneut machte das dilettantische Defensivverhalten alle Bemühungen des Champions- League-Teilnehmers zunichte. "Wir haben uns ziemlich dumm angestellt bei den Gegentreffern", ärgerte sich Clubchef Klaus Allofs zur Pause.

So hatte Werders Stürmerstar Claudio Pizarro den Führungstreffer der Stuttgarter durch den starken Marica (10.) ermöglicht. Im Mittelfeld hatte er den Ball per Hacke gespielt – und prompt verloren. Beim Stand von 0:1 aus Bremer Sicht scheiterte Torsten Frings mit einem Foulfelfmeter am VfB-Keeper Ulreich (24.).

Auch den Toren von Cacau (31., 45.) waren unerklärliche Fehler in der Deckung vorausgegangen. Nur dem guten Keeper Wiese hatten es die Gäste zu verdanken, dass es nicht noch schlimmer wurde.

Auch nach dem Wechsel änderte sich nichts am Bild. Die Bremer bemühten sich, mitzuspielen, Stuttgart lauerte auf seine Chancen – und bekam sie. Cacau (61.) scheiterte zwar mit einem Strafstoß, doch Gentner (68.), Niedermeier (73.) und Boka (87.) setzten wenig später die Schlusspunkte im Torreigen.

VfB Stuttgart: Ulreich – Funk, Niedermeier, Delpierre, Molinaro – Gebhart (81. Camoranesi), Träsch, Gentner, Boka – Cacau (66. Harnik), Marica (78. Kuzmanovic)

Werder Bremen: Wiese – Wesley, Mertesacker, Prödl, Silvestre -–Frings (63. Arnautovic) – Marin, Jensen – Hunt (49. Balogun) – Pizarro, Wagner (73. Hugo Almeida)

Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne)

Zuschauer: 39 500

Tore: 1:0 Marica (10.), 2:0 Cacau (31.), 3:0 Cacau (45.), 4:0 Gentner (68.), 5:0 Niedermeier (73.), 6:0 Boka (86.)

Besondere Vorkommnisse: Ulreich (VfB Stuttgart) hält Foulelfmeter von Frings (23.), Cacau (VfB Stuttgart) scheitert mit Foulelfmeter an Wiese (61.)

Gelbe Karten: Gebhart (2) / –

Beste Spieler: Marica, Gebhart / Wiese