Der spanische Radsportverband RFEC leitet ein Dopingverfahren gegen Tour-de-France-Sieger Alberto Contador ein. Dies kündigte der RFEC-Präsident Juan Carlos Castaña an. Der Verband folgt damit einer Aufforderung des Weltradsport-Verbandes UCI. "Es wird für Contador keine bevorzugte Behandlung geben", sagte Castaña der Madrider Sportzeitung Marca . Sollte der spanische Radprofi bestraft werden, drohen ihm zwei Jahre Sperre und die Aberkennung seines Erfolgs bei der diesjährigen Tour de France.

Der dreifache Tour-Sieger war am zweiten Ruhetag der Frankreich-Rundfahrt positiv auf das Kälbermastmittel Clenbuterol getestet worden. Am 24. August hatte die UCI Contador vom Befund unterrichtet, öffentlich wurde der Fall erst durch die Nachfrage der ARD bei UCI- Präsident Pat McQuaid am 30. September. Contador macht verseuchtes Fleisch für die Werte verantwortlich und leugnet, verbotene Mittel genommen zu haben. Sein Name war 2006 auch schon in der Doping-Affäre um den Arzt Eufemiano Fuentes aufgetaucht.

Contadors Sprecher Jacinto Vidarte begrüßte die Schritte der UCI. "Wenn das die Nachricht ist, bedeutet es, dass wir auf dem Weg sind, diesen Sachverhalt zu klären", sagte Vidarte. Laut der Zeitung El País stützt der Tour-de-France-Sieger seine Hoffnung auf einen Freispruch vor allem auf den Fall des Tischtennis-Profis Dimitrij Ovtcharov . Der deutsche Nationalspieler war ebenfalls positiv auf Clenbuterol getestet, später aber vom Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) freigesprochen worden.

Die Chancen des Spaniers für einen Freispruch stehen nach Ansicht von Marca aber sehr schlecht. Bisher seien praktisch alle Sportler, die positiv auf Clenbuterol getestet worden waren, gesperrt worden, schrieb das Blatt. "Contador steht mit dem Rücken zur Wand."

Die Zeitung El Mundo geht davon aus, dass der Fall Contador wohl in jedem Fall bis vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) gebracht wird. Es sei zu erwarten, dass die Entscheidung des spanischen Radsportverbandes entweder von der Welt-Anti-Doping- Agentur (WADA) oder von Contador angefochten wird, schrieb das Blatt.

Die UCI hatte Contador nach Bekanntwerden der positiven Probe gemäß dem Reglement vorläufig gesperrt. Ungeachtet dieser Suspendierung gelte für Alberto Contador bis zum Ende des Verfahrens aber die Unschuldsvermutung, hieß es nun in einer Mitteilung des Weltverbands.

Wegen möglicher Funde von Plastikrückständen in Proben Contadors, über die mehrere Medien berichtet hatten, forderte die UCI keine weiteren Untersuchungen. Solche Kunststoffspuren gelten als Hinweis auf Doping mit Eigenblut , da dieses gemeinhin in Plastikbeuteln gelagert wird.