Zu den wesentlichen Reformen gehört die komplette Umstellung von großkalibrigen Armeegewehren auf Kleinkaliberwaffen im Jahr 1978. Aber obwohl Armeegewehre längst passé sind, ist das kriegerische Element des Biathlons bis heute spürbar. Der Vorläufer, der Militärpatrouillenlauf, war 1920, 1936 und 1948 Demonstrationswettbewerb bei den Olympischen Spielen. Die Staffel bestand damals aus einem Offizier, einem Unteroffizier und zwei Soldaten. 1936 bei den Olympischen Spielen in Garmisch-Partenkirchen oblag die Organisation des Militärpatrouillenlaufs der Wehrmacht.

In der jüngeren Vergangenheit seien die Vorbehalte gegen den militärischen Charakter aufgrund der sportlichen Erfolge deutscher Athleten geringer geworden, sagt Volker Kluge. Plausibel ist aber auch die These, Biathlon sei gerade so populär, weil es dem Zuschauer erlaubt, sein Faible fürs Militärische auf unverdächtige Art auszuleben.

Die Persönlichkeiten des Biathlons sind um eine Entmilitarisierung der Sportart bemüht. Der Biathlon auf Schalke, der Ende Dezember aus Sicherheitsgründen (Schneemassen auf dem Arenadach) ausfallen musste und in den nächsten Wochen nachgeholt wird, soll einen weiteren Beitrag dazu leisten. Er wird komplett mit Laserwaffen bestritten. Unter dem geschlossenen Arenadach können die Zuschauer auch hinter dem Schießstand stehen.

Eine Option für Rennen in der freien Natur seien Laserwaffen aber noch nicht, sagt Andreas Lauterbach, "denn Schnee und Regen können die Richtung eines Laserstrahl beeinflussen". Sollten Laser einmal schnee- und regenresistent werden, "wäre Biathlon auch mitten in Paris oder auf dem Roten Platz möglich", sagt Lauterbach und vermutet, dass dann weitere Zuschauerrekorde erreicht werden können.