Mit ihrer bisher schlechtesten Torwurf-Quote des WM-Turniers hat die deutsche Mannschaft in Jönköping ihr zweites Spiel der Hauptrunde gegen Ungarn mit 25:27 verloren. Durch die dritte Niederlage im siebten Spiel ist zudem der Traum vom Halbfinale endgültig geplatzt.

Im letzten Hauptrundenspiel an diesem Dienstag gegen Norwegen muss die deutsche Mannschaft gewinnen, um noch ein Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2012 erreichen zu können. Vor rund 2500 Zuschauern warf Lars Kaufmann (5) die meisten Tore für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB).

Zuvor hatte Spanien als erste Mannschaft der deutschen Gruppe durch einen 32:24-Sieg gegen den Olympia-Zweiten das Halbfinale erreicht. Mit sieben Punkten ist der Weltmeister von 2005 nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze zu verdrängen.


Die Ungarn hatten zum zweiten Hauptrundenspiel Rückraumspieler Carlos Perez nachnominiert. Der gebürtige Kubaner war bislang noch nicht zum Einsatz gekommen, weil dessen Club MKB Veszprem mit Ungarns Verband eine Abmachung getroffen hat, nach der der 39-Jährige maximal vier WM-Spiel bestreiten darf. "Das wird unsere Einstellung auf das Spiel nicht ändern", sagte Bundestrainer Heiner Brand.

Ungarns Trainer Lajos Mocsai hatte der DHB-Auswahl die Favoritenrolle zugesprochen. "Die deutsche ist eine gute Mannschaft. Wir versuchen ein gutes Spiel zu liefern. Aber Deutschland ist der Favorit in diesem Spiel", sagte der frühere Bundesliga-Trainer des TBV Lemgo und des TuS N-Lübbecke.

Im Spiel gegen Ungarn vergaben Kapitän Hens und seine Mitspieler jedoch zahlreiche Torchancen. Die Ungarn konterten und die deutsche Mannschaft lag mit einem 1:4-Rückstand zurück. Nach einer Auszeit aber kam das DHB-Team konzentrierter aufs Parkett zurück und drehte die Partie mit sechs Treffern hintereinander zum 7:4.

Allerdings leistete sich der Weltmeister von 2007 im Angriff weiterhin zu viele technische Fehler und schwache Würfe, sodass Ungarn trotz des starken Torhüters Johannes Bitter zum 8:8 ausgleichen konnte. Im Anschluss sorgte Lars Kaufmann mit zwei Treffern wieder eine Zwei-Tore-Führung, die das DHB-Team bis zum 12:10-Pausenstand verteidigte.

Auch im zweiten Durchgang konnte die deutsche Mannschaft nicht überzeugen. Beim 14:14 war der Vorsprung wieder aufgebraucht und beim 17:19 verspielt. Vom angekündigten Tempo- und Spaß-Handball war weiterhin nichts zu sehen. Doch über den Kampf fand die Mannschaft ins Spiel zurück, aber nicht mehr zum Sieg.