Nach Schalke vertraut nun auch der VfL Wolfsburg einem alten Bekannten: Wie der frühere Hoffenheimer Trainer Ralf Rangnick zu seinem vorherigen Verein Schalke 04 zurückkehrt, betritt auch Felix Magath – bis vergangenen Mittwoch noch Übungsleiter und Manager der Königsblauen und damit Vorgänger von Rangnick – vertrautes Terrain. Der 57-Jährige wird neuer Trainer beim niedersächsischen Bundesligisten. Der Verein hat entsprechende Berichte des Kicker als auch der Bild-Zeitung inzwischen bestätigt.

Magath übernimmt den Verein sofort und hat nach eigenen Angaben einen Vertrag bis 2013. Bereits am Nachmittag soll er das Training leiten und wird am Mittag offiziell vorgestellt. Seine vorherrschende Aufgabe im sportlichen Bereich: Die Wolfsburger vor einem Abstieg in die Zweite Liga bewahren – am besten bereits beim kommenden Spiel beim VfB Stuttgart.

Die Wolfsburger Vereinsführung traut dies dem bisherigen Trainer nicht mehr zu: Pierre Littbarski hatte mit seiner Mannschaft nur einen Sieg gefeiert. Erst sechs Wochen zuvor hatte der frühere Nationalspieler auf der Wolfsburger Bank Platz genommen und den ebenfalls glücklosen Steve McClaren abgelöst.

Auch für Manager Dieter Hoeneß ist nun kein Platz mehr in Wolfsburg. Seinen Posten als Vorsitzender der Geschäftsführung wird ebenfalls Magath übernehmen. Hoeneß war erst im Januar 2010 nach Wolfsburg gekommen und hatte vergeblich versucht, den VfL strukturell sowie personell neu aufzustellen sowie gleichzeitig sportlich erfolgreich zu sein.

Magath gilt als ebenso unnachgiebiger wie auch erfolgreicher Trainer. 2009 hatte er die "Wölfe" überraschend zur deutschen Meisterschaft geführt und war anschließend zum FC Schalke gewechselt. Auch dort hat er bei seinem Abgang eine gute sportliche Bilanz vorzuweisen: In der aktuellen Saison spielen die Königsblauen als einziger deutscher Verein noch in der Champions League und stehen im Pokalfinale gegen den MSV Duisburg.

Trotzdem droht Magath mit seinem Ex-Club eine juristische Auseinandersetzung. Die Schalker werfen ihm finanzielle Verfehlungen vor. Nach Informationen der Bild-Zeitung liegen dem Aufsichtsrat zwei Rechtsgutachten vor, die das frühere Vorstandsmitglied belasten: Er soll den Profis insgeheim Prämienzahlungen in Höhe von rund drei Millionen Euro und Spielerberatern rund vier Millionen Euro versprochen haben. Magath wehrte sich gegen die Behauptungen. "Meines Wissens sind alle Transfers von mir und meinen Mitarbeitern korrekt abgewickelt worden", sagte er dem Stern.