FC Bayern München – FC Schalke 04 4:1 (3:1)

Angetrieben von Rückkehrer Arjen Robben ist der FC Bayern auf einen Champions-League-Platz zurückgekehrt. Wenige Stunden nach Hannovers Niederlage gegen Mönchengladbach nutzte
der Rekordmeister die Vorlage und eroberte durch einen Heimsieg wieder den dritten Rang – dank Robben (6. Minute), dem zweimal erfolgreichen Thomas Müller (13./84.) sowie Mario Gomez (19.) mit dessen 24. Saisontor.

Vier Tage vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Champions League bei Manchester United machte der Auftritt der Gelsenkirchener, die durch ein Eigentor von Holger Badstuber (8.) zu ihrem Treffer kamen, keine Hoffnung. Der von Bayern umworbene Torhüter Manuel Neuer verhinderte zumindest nach dem Seitenwechsel noch Schlimmeres.

Hannovers Pleite und vielleicht auch die Leverkusener Niederlage gegen den 1. FC Köln (0:2) schienen das Team um Rückkehrer Robben zu beflügeln. Ein Ballverlust von Anthony Annan gegen den energischen Müller führte zum ersten Tor. Müller bediente den besten Rückrundenscorer Robben, der Neuer überwinden konnte.

Die Gäste strahlten keine Torgefahr aus. Bezeichnend war, dass die Münchner selbst für das 1:1 sorgten. Nach einer Hereingabe von Jefferson Farfan bugsierten Badstuber, Diego Contento und Thomas Müller den Ball zusammen mit Schalkes Joel Matip zum Ausgleich ins Tor.

Teilweise zauberten die Münchner vor der Pause. Franck Ribéry und vor allem dem als freischaffenden Künstler umherwirbelnden Robben war die Spielfreude anzumerken. Trotz manchen guten Angriffs war aber das 2:1 ein Zufallsprodukt. Ribérys Freistoß – Robben war nur durch ein Foul zu stoppen gewesen – prallte in die Mauer und von dort zu Müller, der kühl abschloss.

Über Robben und Müller kam dann der Ball zu Gomez, der nur noch einschieben musste. Eingeleitet hatte das Tor ein langer Pass von Bastian Schweinsteiger, der nach seiner viel diskutierten Pressekonferenz in dieser Woche eine sehr engagierte Leistung im Mittelfeld zeigte.

Manuel Neuer war bei allen Gegentoren machtlos. Und auch an den Sprechchören aus der Südkurve, die vor allem zu Beginn der zweiten Spielhälfte laut wurden, konnte er nichts ändern. Allerdings wurden die Sprechchöre von vielen FCB-Fans mit lautstarken Pfiffen gekontert. Dazu gab es etliche auch "Pro-Neuer"-Plakate.

Der als künftiger Bayern-Zugang gehandelte Torhüter blieb äußerlich gewohnt ruhig – der Gäste-Anhang blieb insgesamt recht still. Kein Wunder, musste er doch neben dem ärgerlichen Abend beim im Pokal und in der Hinrunde besiegten Rekordmeister noch die Kunde von der Meisterschaft des ewigen Gegners aus Dortmund verarbeiten.

Wie schon beim Torefest gegen Leverkusen (5:1) gab es auch im dritten Spiel unter Interims-Coach Andries Jonker viel Offensivkraft zu sehen. Nach dem Seitenwechsel waren die Münchner oft zu verspielt, so wurde auch ein Konter in Fünf-zu-Drei-Überzahl (69.) nicht zu Ende gespielt. Bei der Schadensbegrenzung der harmlosen Schalke half auch Neuer mit, wie gegen Ribéry (67.) und Robben (75.) – gegen Müller aber war er dann ein zweites Mal an diesem Abend chancenlos. Für den WM-Torschützenkönig war es Saisontreffer Nummer zwölf.

Bayern München: Butt - Lahm, van Buyten, Badstuber, Contento (72. Ottl) - Schweinsteiger, Timoschtschuk - Robben, Müller (85. Kroos), Ribéry - Gomez (83. Klose)
FC Schalke 04: Neuer - Uchida, Papadopoulos, Metzelder, Sarpei (46. Baumjohann) - Matip (79. Escudero) - Farfán, Kluge, Annan, Jurado - Raúl (46. Edu)
Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)
Zuschauer: 69 000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Robben (6.), 1:1 Badstuber (8./Eigentor), 2:1 Müller (13.), 3:1 Gomez (19.), 4:1 Müller (84.)
Gelbe Karten: Ribéry (4) / Farfán (6), Metzelder (3)
Beste Spieler: Müller, Ribéry, Robben / Neuer