So stand der Berliner in dieser Spielzeit mitnichten im Schatten der anderen Millionen-Einkäufe des Klubpatrons Silvio Berlusconi. Neben Boateng verpflichtete Milan die Stürmer Zlatan Ibrahimovic, Robinho, Antonio Cassano oder den Regisseur Mark van Bommel vom FC Bayern. Die Turiner Tageszeitung La Stampa aber kürte Boateng zum "Prinzen des Milan-Mittelfeldes", für die Gazzetta dello Sport ist er schlicht eine "Furie", Klubeigentümer Berlusconi pries "Boateng und Ibrahimovic" als die besten Neuzugänge und für Milan-Geschäftsführer Adriano Galliani ist der Berliner ein "phänomenaler Einkauf".

Noch ist das Geschäft allerdings nicht zu Ende gebracht. Boateng war zunächst vom CFC Genua ausgeliehen, bald wurde die Leihe in ein Teileigentumsverhältnis mit Milan umgewandelt. Weil der Spieler sich als so wertvoll erwiesen hat, beginnt nun das große Feilschen. "Wenn Milan ihn uns ganz abkauft, werden wir einen guten Gewinn machen", sagt Genua-Präsident Enrico Preziosi. Sieben Millionen Euro soll dem AC Mailand die zweite Hälfte der Rechte an Boateng wert sein. Geschäftsführer Galliani kündigte an, den Spieler in jedem Fall dauerhaft an den AC Mailand binden zu wollen.

In Boatengs Karriereplanung scheint Deutschland weit entfernt, eine Zukunft in der Bundesliga ist derzeit unrealistisch. Immer wieder geht es um das Foul gegen Ballack , auch italienische Journalisten sprechen den Spieler darauf an. "Ich und meine Familie haben viele Drohungen bekommen und mussten sogar einen Sicherheitsdienst engagieren", erzählte Boateng im Corriere dello Sport . Er habe sich damals mehr Unterstützung vom DFB erwartet. " Ich hatte alle Medien gegen mich , aber ich habe so eine Behandlung nicht verdient", sagte er. Nun beginnt der erfolgreiche Abschnitt in der Karriere des Kevin-Prince Boateng. An seinem endgültigen Bild als Fußballer wird weiter gefeilt.