Wer spielt wann gegen wen?

Bayern München – VfB Stuttgart
1899 Hoffenheim – VfL Wolfsburg
Hannover 96 – 1. FC Nürnberg
Borussia Dortmund – Eintracht Frankfurt
Hamburger SV – Borussia Mönchengladbach
FSV Mainz 05 – FC St. Pauli
1. FC Köln – Schalke 04
SC Freiburg – Bayer Leverkusen
1. FC Kaiserslautern – Werder Bremen (alle Samstag, 15.30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Es soll Leute geben, die sich lieber auf Friedhöfen treffen statt im Eiscafé. Die den November schätzen, nicht den Mai. Die eher hassen, als lieben. Solche Emotions-Extremisten werden den Abstiegskampf mögen. Geht es doch nicht nur um Freude, Jubel, Sektduschen wie an der Tabellenspitze, sondern um die ganz tiefen Gefühle: Trauer, Furcht, Verlustängste. Der FC St. Pauli hat die große Düsternis nach dem 1:8 in der Vorwoche schon hinter sich, für Frankfurt, Wolfsburg und Mönchengladbach sieht es derzeit auch schummrig aus. Eintracht Frankfurt, das die komplette Rückrunde wie von finsteren Mächten verhext in einer Art Schockstarre absolvierte, scheint selbst nicht mehr an eine Rettung zu glauben. Christoph Daum, immer an der Grenze des Diabolischen, kämpft zwar tapfer weiter, ein Sieg in Dortmund ( live via Twitter ) scheint aber unwahrscheinlich. Gute Chancen also für Borussia Mönchengladbach zumindest den Relegationsplatz zu sichern. Verpassen Sie am besten keines der Abstiegsspiele. Denn sollte tatsächlich der große, oder zumindest reiche VfL Wolfsburg absteigen, ist sowieso der Teufel los.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Das haben die Spielplanwürfler der DFL gar nicht so schlecht ausgewürfelt. Sieben von neun Spielen des letzten Spieltags sind sportlich-tabellarisch noch brisant. Lediglich bei Köln gegen Schalke und Kaiserslautern gegen Bremen geht es nur noch um die Punktprämien. Deswegen an dieser Stelle der Aufruf an alle Kölner, Schalker, Lauterer und Bremer Fans: Beschäftigen Sie sich diesen Samstag nicht mit dem eigenen Verein. Investieren Sie stattdessen in die fußballerische Zukunft. Informieren Sie sich über die Frauen-WM, über das DFB-Team . Finden Sie heraus, welche Spielerin den Spitznamen "Hulk" trägt, wer schon einmal ein Tor des Monats erzielte und welche Fußballerin bereits ein Buch schrieb. Glauben Sie uns, dieser Wissensvorsprung wird in den kommenden Fußballmonaten zum echten Wettbewerbsvorteil.

Wer steht im Blickpunkt?

Wenn Bayer Leverkusen beim SC Freiburg aufläuft, werden viele Kameras und Blicke nicht auf das Spielfeld, sondern auf dessen Rand gerichtet sein. Sie suchen nach verräterischen Gesten. Da, ein falsches Grinsen von Jupp Heynckes. Oder hier, ein verlogenes Lächeln von Robin Dutt. Die exklusive Überwachung haben sich die beiden Trainer selbst eingebrockt. Unterschrieben sie doch vor einiger Zeit Anschlussverträge bei neuen Arbeitgebern, die nun zu handfesten Interessenkonflikten führen. Jupp Heynckes wird ab Juli in München Fußball lehren. Spielt er mit seinem alten Verein, Bayer Leverkusen, in Freiburg mindestens unentschieden, schickt er sich und seinen neuen Verein damit in zwei mühevolle Champions-League-Qualifikationsspiele. Die könnten ihm bei Misserfolg nicht nur die Vorbereitung, sondern stimmungstechnisch auch die ganze Spielzeit verhageln. Für Robin Dutt, der in Leverkusen unterschrieben hat, gilt das ebenso. Gewinnt er mit dem SC Freiburg gegen seinen neuen Arbeitgeber, wird er möglicherweise auf die präsaisonale Ochsentour gehen müssen. Es gilt also: Wer verliert, gewinnt! Ein Dilemma, das künftig nur durch eine völlig moderne Regelung verhindert werden kann: Vertragsverhandlungen- und Unterzeichungen bitte erst nach Saisonende.