Für fünf mexikanische Fußball-Nationalspieler ist der Copa der Oro, der Gold Cup in den USA um die Meisterschaft des nord- und mittelamerikanischen Verbandes Concacaf schon zu Ende. Der Torwart Guillermo Ochoa, die Verteidiger Francisco Javier Rodríguez und Edgar Dueñas und die Mittelfeldspieler Antonio Naelson und Christian Bermúdez sind positiv auf das Kälbermastmittel Clenbuterol getestet worden. Der Test wurde bereits am 21. Mai durchgeführt, die Ergebnisse jedoch erst am Mittwoch bekannt. Die positiv getesteten Spieler mussten daraufhin in ihre Heimat zurückkehren.

Die Disziplinarkommission des mexikanischen Fußballverbandes (Femexfut) werde sich nun mit dem Fall befassen, teilte dessen Generalsekretär Decio de María Serrano mit. Es werde vermutet, dass die Betroffenen Clenbuterol-verseuchtes Fleisch gegessen hätten. "So lange es keine definitive Resolution gibt, sind diese Spieler suspendiert", so María Serrano. Teamchef Hector Gonzalez Inarritu kündigte an, die Spieler und Regierungsvertreter würden zu weiteren Tests nach Los Angeles fliegen. Daheim versuche das Landwirtschaftsministerium, bei der Aufklärung zu helfen.

Anfang April hatten mexikanische Gesundheitsbehörden von einem Clenbuterol-Problem berichtet. Die Nationale-Anti-Doping-Agentur (NADA) hatte deutsche Sportler daher zu erhöhter Sensibilität bei der Ernährung in Mexiko aufgerufen.

Clenbuterol-Fälle auch in anderen Sportarten

In den vergangenen Monaten hat es mehrere spektakuläre Clenbuterol-Fälle im Sport gegeben. Der Sieger der Tour-de-France, Alberto Contador aus Spanien, war während seines vergangenen Tour-Sieges positiv getestet worden. Er hatte dies damit erklärt, ein kontaminiertes Steak gegessen zu haben. Mit seinem Freispruch durch den spanischen Radverband wird sich nach der diesjährigen Tour de France der Internationale Sportgerichtshof CAS befassen.

Der deutsche Tischtennis-Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov wurde trotz erhöhter Clenbuterol-Werte freigesprochen. Er erklärte die positive Probe mit dem Verzehr von verseuchtem Fleisch in China.

Mexico spielte am Donnerstag in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina sein zweites Turnierspiel gegen Kuba. Die mexikanische Mannschaft gewann gegen die Kubaner mit 5:0.

Die Mexikaner sind in der Gruppe A derzeit Spitzenreiter. Ein Sprecher des Concacaf sagte, dass die Mexikaner die drei Punkte aus der ersten Partie nicht verlieren würden. Über sonstige Konsequenzen und die Frage, ob die fünf Spieler ersetzt werden dürfen, wolle der Verband noch in einer Telefonkonferenz entscheiden. Costa Ricas Coach Ricardo La Volpe, von 2002 bis 2006 mexikanischer Nationaltrainer, will diese Entscheidung abwarten und sich erst dann äußern.