Das Bundesinnenministerium hat der Polizeibeamtin und Eisschnellläuferin Claudia Pechstein einen unbezahlten Sonderurlaub genehmigt. Das Management der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin bestätigte, dass Pechstein ab dem 14. Juni 2011 Sonderurlaub unter Wegfall der Bezüge gewährt wurde. Darauf habe man sich "einvernehmlich verständigt", hieß es in einer Pressemitteilung.

Bereits am Dienstag will Pechstein mit der Auswahl der deutschen Eisschnellläuferinnen ins Radtraining nach Livigno reisen. "Ich begrüße es sehr, dass Claudia Pechstein nun wieder das volle Lehrgangsprogramm mit der Auswahl absolvieren kann. Das war unser aller Wunsch", sagte Cheftrainer Markus Eicher.

Die Eisschnellläuferin war vom Weltverband ISU am 3. Juli 2009 wegen Blutdopings gesperrt worden. Einen positiven Dopingbefund hat es allerdings nicht gegeben. Pechstein wurde aufgrund von Indizien gesperrt. Ihr Blutprofil zeigte nach ISU-Angaben Auffälligkeiten. Pechstein beteuert ihre Unschuld. Im Februar dieses Jahres lief die Sperre aus. Seitdem arbeitete sie an ihrem Comeback. Aber ihr Arbeitgeber sperrte sich.

Pechstein drohte der Bundespolizei mit einer Klage, falls ihrem Wunsch nach Sonderurlaub ohne Bezüge nicht stattgegeben werden sollte. Der frühere Innenminister Thomas de Maizière hatte den Sonderurlaub ohne Bezüge zunächst abgelehnt und Pechstein aufgefordert, ihre Sportkarriere zu beenden.

Die Regelung des Bundesinnenministeriums gilt bis auf Weiteres, jedoch unter dem Vorbehalt, dass die 39-jährige Berlinerin den A- oder B-Kader-Status der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) nachweisen kann. Für die Saison 2011/12 hat Pechstein von der DESG als Mitglied der Nationalmannschaft den A-Kader-Status erhalten.



Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach, hatte Pechstein nach der Weltmeisterschaft in Inzell zu ihrem Comeback beglückwünscht und zu einem internen Gespräch gebeten. Es ist davon auszugehen, dass sich sowohl der Olympische Sportbund als auch die Eisschnelllauf-Gemeinschaft für Pechstein einsetzen.