Natürlich hat Theo Zwanziger zurzeit viele Wünsche. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bunds erhofft sich viel von der am Sonntag beginnenden WM der Frauen. Der 66-Jährige sieht die WM als "eine wichtige Etappe einer weiteren Entwicklung" und wünscht sich "ein Event, ein Mitfeiern, ein Miterleben".

Langfristig möchte Zwanziger weltweit Strukturen im Frauenfußball schaffen, die zu einer sportlichen Rivalität führen wie bei den Männern. "Ob das gelingen kann, weiß ich nicht. Ich bin kein Prophet", sagt Zwanziger. Er ist vielmehr ein Apostel, der die frohe Botschaft des Frauenfußballs verkündet.

Jahrelang hat sich der Funktionär für den Frauenfußball eingesetzt, jetzt steht dessen bisheriger Höhepunkt bevor. Zwanziger wirkt fröhlich, sogar aufgekratzt, als er am Dienstag vor die Presse tritt. Zwanziger hat Grund zur Freude: Er kann die Vertragsverlängerung mit Bundestrainerin Silvia Neid verkünden. Und er kann Werbung machen für das Turnier, das ihm so sehr am Herzen liegt.

Dieses Gefühl teilen aber nicht alle beim DFB. Zwanzigers Begeisterung für die Frauen hat ihm nicht nur Freunde in seinem Verband gemacht. Bisweilen wurde mit Argwohn betrachtet, welche Dimension das Turnier angenommen hat.

Der DFB geht mit der WM ein finanzielles Risiko ein, das schmeckt ebenfalls nicht jedem Funktionär, wird hinter vorgehaltener Hand erzählt. Auch dass der Präsident eigens eine Pressekonferenz einberief, um sein Mitwirken an einem Frauenfußball-"Tatort" bekanntzugeben, kam nicht überall gut an.

Zwanziger hat sich jedoch nicht beirren lassen. In den vergangenen Monaten war er ständig in Sachen Frauenfußball unterwegs. Ob mit einer DFB-Delegation in Nordkorea, bei einer Ausstellungseröffnung bei Angela Merkel im Bundeskanzleramt oder bei einer Podiumsdiskussion im Rathaus Charlottenburg: Zwanziger wirbt für die WM, die ihm zur Herzensangelegenheit geworden ist.