Was hat sich verbessert?

Das Selbstbewusstsein. Ganz knapp, bevor dem FC Augsburg ein Ruf wie Fürth oder früher Mainz 05 drohte, entschloss sich der Klub doch noch zum erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga. Als Tabellenzweiter hinter Hertha BSC, zwar punktgleich mit dem Relegationsplatz, jedoch mit dem besseren Torverhältnis gegenüber dem VfL Bochum.

Seitdem sind alle Augsburger gefühlt um 1,20 Meter gewachsen, die ganze Stadt ordert Dauerkarten für die Erstliga-Spielzeit, bereits 17 500 Tickets hat der Klub abgesetzt – und den Verkauf gestoppt. Die sehnsuchtsvollen Blicke in die benachbarte Großstadt, ins erfolgsverwöhnte München, sind etwas seltener geworden.

Wer sind die Stars?

In Augsburg gibt es keine Stars, außer das Ensemble der hiesigen Puppenkiste vielleicht. Prägende Spieler heißen Uwe Möhrle, Nando Rafael oder Jan-Ingwer Callsen-Bracker. Hinzu kommen Zugänge wie Sebastian Langkamp (Karlsruher SC), Dominic Peitz (Union Berlin) oder Sascha Mölders (FSV Frankfurt). Stürmer Michael Thurk ist zwar das bekannteste Gesicht – aber ein Star?

Vielleicht noch eher Lorenzo Davids, der 13 Jahre jüngere Cousin von Edgar Davids, der zumindest aussieht wie ein großer Fußballer. Bleibt die Hoffnung auf den einen Hammerzugang, der die Mannschaft mitreißt und seine Mitspieler motiviert. "Wir jagen doch alle das große Phantom", sagte Geschäftsführer Andreas Rettig zynisch: "Jung, deutsch und kostet nichts."

Wer hat das Sagen im Verein?

Mächtigster Mann der Fußball-GmbH des Klubs ist Vorstandsboss und Vereinspatron Walther Seinsch. Der ist jedoch gesundheitlich seit einiger Zeit angeschlagen, konnte in der Aufstiegssaison nicht alle Spiele im Stadion verfolgen. Geschäftsführer Rettig und Trainer Jos Luhukay ("Jos, we can") haben den Aufstiegskader geformt und eine derzeit entsprechend starke Position. Luhukay wurde von Seinsch gar mit einer kuriosen Job-Garantie ausgestattet, selbst wenn Augsburg "alle 34 Spiele verliert", dürfe er bleiben. Der Niederländer wird es nicht darauf ankommen lassen wollen.