München geht im Wettbewerb um Olympia leer aus. Die Stadt Pyeongchang in Südkorea richtet die Winterspiele 2018 aus. Das entschied das Internationale Olympische Komitee (IOC) im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit nach der Präsentation der Bewerbungen im südafrikanischen Durban. Angetreten war auch der Wintersportort Annecy in Frankreich.

Pyeongchang hatte schon vor der Abstimmung als Favorit gegolten. Die Asiaten waren mit ihrer Bewerbung für die Spiele 2010 und 2014 jeweils sehr knapp gescheitert. Seitdem war die Infrastruktur für den Wintersport in dem etwa 180 Kilometer östlich von Seoul gelegenen Gebiet kräftig ausgebaut worden. Die abgelegene Region soll nach Vorstellung der Ausrichter zu einem Mekka des Wintersports in Asien werden.

Pyeongchang mit seinen 47.000 Einwohnern liegt 700 Meter über dem Meeresspiegel in der Provinz Kangwon, die im Osten an das Japanische Meer grenzt. Die höchste Erhebung in dem Skigebiet beträgt 1.458 Meter.

Die Bewerber aus München hatten für ihre Präsentation Prominente aus Sport und Politik ins Rennen nach Durban geschickt. Angeführt wurde die Delegation von der früheren Eiskunstläuferin und zweifachen Olympiasiegerin Katarina Witt. "Es ging darum, den emotionalen Knopf zu drücken", sagte Witt. Deutschland sei eine wintersportverrückte Nation. "Wir versprechen nicht nur volle Stadien, wir garantieren sie", sagte Witt bei der Präsentation.

Dennoch half auch der Einsatz von Fußball-Ikone Franz Beckenbauer nicht. Er versprach einen ebenso reibungslosen Ablauf der Winterspiele wie bei der 2006 von ihm organisierten Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Auch Bundespräsident Christian Wulff warb für München: "Schenken Sie uns Ihr Vertrauen für die Olympischen Winterspiele 2018", sagte Wulff und kündigte "fröhliche, emotionale und enthusiastische" Winterspiele an. Er lobte: "Besser kann man Deutschland mit all seinen Möglichkeiten nicht darstellen."

IOC-Vizepräsident Thomas Bach rief seine Kollegen in einem Plädoyer auf, der Forderung nach umweltfreundlichen Spielen mit einer Stimme für München nachzukommen. "Heute geht es um die Fragen, die uns morgen betreffen", sagte er. München biete ein revolutionäres Umweltkonzept. Zudem habe Deutschland seit 1936 in Garmisch-Partenkirchen keine Winterspiele mehr ausrichten dürfen.