Was hat sich verbessert?

Die Anspruchshaltung. Noch in der Winterpause träumte Hoffenheim von einem Platz in der Europa League. Was folgte, war die Schmierenkomödie um den Wechsel von Luiz Gustavo zum FC Bayern, wovon der Trainer Ralf Rangnick aus der Zeitung erfuhr und was zu seinem Rückzug führte.

Ein halbes Jahr später würde niemand auf die Idee kommen, die einstigen Himmelsstürmer mit dem internationalen Geschäft in Verbindung zu bringen. Hoffenheim wird nicht mehr gemessen an dem Anspruch, wunderschönen und erfolgreichen Fußball zu spielen. Dieser hatte das Team eher gelähmt denn beflügelt.

Wer sind die Stars?

Der Star steht an der Seite, er trägt das Haar raspelkurz und trinkt literweise Kaffee. Die Verpflichtung von Holger Stanislawski als Trainer ist der spektakulärste Transfer, der Hoffenheim seit dem Aufstieg aus der Regionalliga gelungen ist. Carlos Eduardo, Demba Ba oder Luiz Gustavo hat Dietmar Hopp finanziert, Stanislawski aber steht mit seiner St.-Pauli-Vergangenheit für das Gegenteil einer ausschließlich finanzgesteuerten Existenz. Wenn es einem gelingen kann, dem auf Nachwuchsarbeit basierendem Unternehmen Glaubwürdigkeit zu verschaffen, dann ist es Holger Stanislawski.

Wer hat das Sagen im Verein?

Spätestens seit dem Verkauf von Luiz Gustavo hinter dem Rücken von Ralf Rangnick ist klar, dass die 50+1-Regel im Kraichgau nur auf dem Papier existiert. Wenn Dietmar Hopp einem Spieler den Segen zum Wechsel gibt, darf er gehen. Egal, was der Trainer oder sonst wer vorzubringen hat. Ernst Tanner führt zwar den Titel eines Managers, aber in seinem Arbeitsvertrag ist hundertprozentige Loyalität zu Hopp der einzig relevante Paragraf.

Wie steht es um die Finanzen?

Dietmar Hopp hat zuletzt oft das von der Uefa verfügte Financial Fair Play als Begründung für die Reduzierung seiner Investitionen angeführt. Ob das stimmt oder ob Hopp nach drei Bundesliga-Jahren erkannt hat, dass sich ein Platz in der Champions League nicht einfach kaufen lässt? Das wird offen bleiben, solange niemand Einsicht nimmt in die Businesspläne. Der Geschäftsmann Dietmar Hopp weiß, dass die von seinem Geld gebaute Rhein-Neckar-Arena leicht zur Investitionsruine werden kann, wenn sie nicht weiter auf Bundesliganiveau bespielt wird.