1994 wurde die Basketball-Schule in Kaunas gegründet. Momentan trainieren dort 500 Jungen zwischen sechs und 17 Jahren. Viermal pro Woche übt das Team des zwölfjährigen Margiris, der an diesem Tag stolz das grüne Schultrikot trägt. Nirgends sei die Ausbildung besser, und kein europäischer Spieler komme an Arvydas Sabonis heran – abgesehen von Dirk Nowitzki, sagt er.

Vor dem Deutschen, der am kommenden Mittwoch gegen Israel antritt, haben die Litauer großen Respekt. "Nowitzki ist momentan einer der besten Spieler der Welt. Unser Star Linas Kleiza ist dagegen verletzt", sagt Margiris' Vater. Er hofft auf den Heimvorteil der Litauer, die 2003 den EM-Titel holten und bei der WM 2010 Bronze gewannen.

Margiris und sein Vater hoffen, dass sich ihr Land in diesem Sommer als guter Gastgeber präsentiert, dass es besser läuft als 2009. Vor zwei Jahren war Vilnius Europäische Kulturhauptstadt. Das kulturelle Programm sollte ein positives Bild auf die Baltenrepublik werfen. Doch wegen der Finanzkrise ging die nationale Fluggesellschaft Bankrott, Litauen war für Touristen kaum erreichbar, das Ereignis war eine Enttäuschung.

Seit einigen Monaten wächst die Wirtschaft in Litauen wieder. Es gibt genug Flüge und Hotelbetten für die erwarteten 30.000 ausländischen Basketballfans. Die Organisatoren des Turniers versprechen einen reibungslosen Ablauf. Auch Tomas Degutis von der Basketballschule in Kaunas hofft auf einen Imagegewinn. Der Sport sei ideal, um sein Heimatland bekannter zu machen: "Basketball ist der einzige Grund, warum die Welt überhaupt weiß, dass Litauen existiert", sagt er und fragt: "Warum sollten wir nicht ausnutzen, dass wir in diesem Sport so gut sind?"