ZEIT ONLINE: Herr Elber, man erreicht Sie derzeit schlecht. Muss man sich als Fußballspieler in Brasiliennach dem Viertelfinal-Aus bei der Copa America verstecken?

Giovane Elber: Der Ärger hält sich in Grenzen, bis jetzt. Verstecken ist aber immer eine gute Idee (lacht). Aber ich hab ja keinen Elfer verschossen, ich bin auf meiner Rinderfarm und da ist der Empfang schlecht. 

ZEIT ONLINE: Giovane Elber als Cowboy, das klingt aber romantisch.

Elber: Die Romantik fängt am Morgen um fünf Uhr mit Aufstehen an. Ab elf Uhr hat es 35 Grad und das ist selbst den Pferden zu heiß. Deshalb ist von zehn bis vier am Nachmittag Pause. Und um acht geht’s ins Bett. Das ist harte Arbeit und ein Geschäft. Dass ich einmal so früh aufstehen würde, war früher undenkbar.

ZEIT ONLINE: Nun sind Sie ein Großfarmer?

Elber: Mit 6.500 Rindern bin ich ein kleiner Farmer. 30.000 bis 40.000, das ist normal groß.

ZEIT ONLINE: Das klingt wieder nach wenig Romantik.

Elber: Ich sage Ihnen was: Ab 550 Kilo wird geschlachtet. Romantik gibt es vielleicht bei der Zucht. Fleisch nach Europa oder Asien zu verkaufen, ist etwas anderes.

ZEIT ONLINE: Haben Sie immer von einer eigenen Rinderfarm geträumt?

Elber: Meine Begeisterung wuchs, als ich sie gekauft habe. Man ist mit der Natur verbunden. Wenn es ums Fleisch geht, ist das wie an der Börse. Manchmal wartet man besser noch etwas, wenn der Preis steigen könnte. Einige Dinge aber muss man vorher sicherstellen.

ZEIT ONLINE: Und das wäre?

Elber: Die ganze Aufzucht wird genau dokumentiert, was die Tiere fressen und so weiter. Dass sie gut behandelt werden und dass sie gutes Futter bekommen. Andernfalls bekommt man kein Zertifikat, um nach Europa zu verkaufen.

ZEIT ONLINE: Stichwort Europa: Wie wichtig ist das Spiel am Mittwoch in Stuttgart gegen Deutschland für Brasilien?

Elber: Sehr wichtig, vor allem für den Trainer Mano Menezes. Er muss gewinnen. Bei einer Niederlage fürchte ich, wird es von vorne losgehen und es heißt, er muss weg.