Wer spielte wie gegen wen?

Hertha BSC – VfB Stuttgart 1:0 (0:0)
Hamburger SV – 1. FC Köln 3:4 (1:1)
1. FC Nürnberg – FC Augsburg 1:0 (0:0)
SC Freiburg – VfL Wolfsburg 3:0 (2:0)
1. FC Kaiserslautern – Bayern München 0:3 (0:1)
1899 Hoffenheim – Werder Bremen 1:2 (1:1)
Bayer Leverkusen – Borussia Dortmund 0:0
Hannover 96 – FSV Mainz 1:1 (1:1)
Schalke 04 – Borussia Mönchengladbach 1:0 (0:0)

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

"Das war kein Spiel für jemanden, der einen Herzschrittmacher hat", sagte Kölns Trainer Stale Solbakken nach dem 4:3 seines Teams in Hamburg . Ein Satz, der einem normalerweise nur ein Gähnen entlockt: zu oft gehört. In Solbakkens Fall aber handelt es sich um einen klaren Fall von hochwertigem norwegischen Humor. Der Trainer mit dem blankpolierten Schädel trägt einen Herzschrittmacher, seit er vor einigen Jahren beim Training einen Herzstillstand erlitt. Wie es um die Herzgesundheit des Hamburger Trainers, Michael Oenning bestellt ist, weiß wohl nur sein Kardiologe. Ein leichtes Unwohlsein wird Oenning aber sicher durch die Länderspielpause begleiten, ist der HSV doch auf dem besten Weg in die Zweite Liga. Die Erfolglosigkeit ist dabei nicht nur dem Trainer Michael Oenning anzukreiden. Auch der neue Sportchef Frank Arnesen ist bisher nicht durch sonderlich viel Kreativität auffällig geworden. Gleich vier Spieler lotste er von seinem ehemaligen Verein FC Chelsea nach Hamburg. Überzeugt hat noch keiner. Was macht man da? Genau, noch einen Chelsea-Verteidiger holen nach dem alten Sonnencreme-Motto: Viel hilft viel. Gegen Köln, die auch nicht mit der breitesten aller Brüste in Hamburg anreisten, spielte trotzdem nur ein ehemaliger Londoner. Spieler, die nur auf der Bank sitzen, muss man nicht unbedingt bei Chelsea kaufen, wird im Norden schon gelästert.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Das Wortpaar Sommer und Berlin passte in diesem Jahr in etwa so gut zusammen wie HSV und Erfolg. Am Freitag aber war es einmal heiß in Berlin. Zum ersten Mal seit dem 5. Juni zeigten die Thermometer mehr als 30 Grad an. Grund genug, in einen der zahlreichen Seen zu hüpfen, an seiner Arschbomben-Technik im Freibad zu feilen oder wenigstens die blassen Füße in der Spree baumeln zu lassen. 52.232 Menschen quetschten sich abends dennoch ins Berliner Olympiastadion. Sie wollten schauen, was ihr Fußballverein tut. Und sie wollten mitansehen, was von der Babbelei ihres Trainers übrig blieb. Herthas Coach Markus Babbel hatte sich zuvor in einer Stuttgarter Zeitung als Hobby-Ethnologe über den Berliner an sich geäußert: "Er ist laut, redet viel, will viel – aber getan wird oft erst mal wenig." Am Freitagabend waren es vor allem seine Männer auf dem Fußballplatz, die das Berlin-Klischee bedienten. Die Hertha-Spieler waren laut, redeten viel, wollten ein bisschen, taten aber wahrlich nicht übermäßig viel. Am Ende war es der einberlinerte Raffael Caetano de Araújo, der die Hertha erlösen musste . Der ist sehr leise, tut aber viel. Und stammt aus Fortaleza, Brasilien: 30 Grad, jeden Tag.

Wie verlief das Top-Spiel?

ZEIT ONLINE twittert ein Topspiel des jeweiligen Spieltages live. Stefan Helmer von den Clubfans United hat für uns die Partie Nürnberg gegen Augsburg im Stadion verfolgt. Hier seine fünf schönsten Tweets. Alle Beiträge zum Spiel können Sie hier nachlesen .

zeitonlinesport Wollscheid. Jogi, ruf mal an! #fcn #fca
zeitonlinesport So langsam bekommen die Angriffsbemühungen des #fcn einen hauch von Gruseligkeit.
zeitonlinesport Aber Augsburg ist mit seinen Kontern kein Stück besser. #fcn #fca
zeitonlinesport Stellenausschreibung: Kreativer Mann im Mittelfeld mit viel Ideen und Torriecher. Bitte melden beim #fcn.
zeitonlinesport Alexander Esswein mit dem 1:0 für den #fcn. Witzig dabei, durch einen Konter

Wer stand im Blickpunkt?

Natürlich wieder einmal der Literat und Linksverteidiger Philipp Lahm . In Kaiserslautern machte er eines seiner besten Spiele seit Langem , trotz oder wegen des Wirbels um sein Buch. Abseits des Spielefeldes machte er eine unglückliche Figur. Seine halbherzigen Entschuldigungen am Samstag ("Es tut mir leid, wie manches dargestellt wurde."), führte er durch ein Interview mit dem Fachblatt Bild am Sonntag einen Tag später ad absurdum ("Ich würde es wieder tun."). Am Montag ging die große Philipp-Lahm-PR-Show weiter. Die Bild legte einen neuen Buchauszug vor, in dem sich der Nationalspieler gegen Gerüchte wehrt, er sei homosexuell. "Ich bin nicht schwul. Ich bin mit meiner Frau Claudia nicht nur zum Schein verheiratet, und ich habe keinen Freund in Köln, mit dem ich in Wahrheit zusammenlebe", diktierte Lahm seinem Ghostwriter in den Block. Er berichtet auch davon, wie einmal ein Mann vor seiner Tür stand und ihm seine Liebe gestand. "Ich schmeiße die Tür zu und drehe den Schlüssel um. Mein Herz klopft heftig. 'Gehen Sie weg', sage ich durch die geschlossene Tür, 'oder ich hole sofort die Polizei.'" Den Verkaufszahlen der Bild und des Lahm-Buches werden solche Details sicher gut tun. Falls demnächst wieder jemand unangemeldet vor Philipp Lahms Tür steht, ist es übrigens nicht unmöglich, dass es sich um Michael Ballack handelt. Der sucht jemanden zum Socken waschen, seine Frau Simone ist zu Hause ausgezogen, steht in der Bild .