ZEIT ONLINE: Herr Busse, Feuerwerkskörper, sogenannte Bengalos, sind gefährlich. Im Jahr 2010 verletzten sich in Bochum zwei Nürnberger Fans im Umgang mit ihnen schwer. Warum fordern Sie trotzdem eine Legalisierung?

Jannis Busse: Bengalos waren schon immer ein Bestandteil der Fankultur. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der ins Stadion geht, noch nie von ihnen gehört hat. Wir wissen um die Risiken, die der Einsatz von Pyrotechnik mit sich bringt. Mit einer Legalisierung wollten wir den sicheren Umgang mit Pyrotechnik voranbringen.

ZEIT ONLINE: Nach einem sicheren Umgang sieht es nicht aus, wenn man Bengalo-Feuerwerke in Fußballstadien sieht.

Busse: Es gibt heute Bengalos, die einen Sicherheitsanspruch haben. Eine Firma stellt sie in sicheren Metallbehältern her. Diese sicheren Feuerwerke sollen elementarer Bestandteil unserer Fankultur sein. Wir wollen Böller und wildes Umherwerfen aus den Fankurven verbannen. Sicherheitsabstände müssen eingehalten werden. Zudem sollen die Feuerwerke nur zu bestimmten Spielzeiten abgebrannt werden, zu Beginn des Spiels oder nach Toren zum Beispiel.

ZEIT ONLINE: Während eines Treffens mit den Verantwortlichen des Deutschen Fußballbundes (DFB) und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) wurde Ihnen nun nach mehreren Gesprächen mitgeteilt, dass die Verhandlungen um eine Legalisierung von Pyrotechnik in deutschen Fußballstadien nicht weitergeführt werden. Bleibt die Pyrotechnik jetzt dauerhaft verboten?

Busse: Es wird beim Status Quo bleiben. Alles wird so weitergehen, wie es ist. Von einer Legalisierung von Pyrotechnik sind wir jetzt weiter entfernt als vor den Gesprächen.

ZEIT ONLINE: Wie wird die Ultraszene auf eine Absage reagieren?

Busse: Pyrotechnik wird weiterhin ein Bestandteil der Fanszenen bleiben. Eine Nichtlegalisierung bedeutet nicht, dass das nicht zum Einsatz kommt. Wir wollten uns davon entfernen, etwas Verbotenes zu tun. Deshalb sprachen wir den DFB und die DFL an. Es passiert sowieso, dass Feuerwerke in den Kurven abgebrannt werden.

ZEIT ONLINE: Vor ihrem letzten Gespräch hieß es, DFB und DFL wollen eine teilweise Legalisierung auf den Weg bringen , wenn in den Fankurven während der ersten drei Spieltage keine Feuerwerkskörper zu sehen sind.

Busse: Ja, zu den drei Spieltagen in der Bundesliga kamen fünf Zweitliga-Spieltage und die erste Runde des DFB-Pokals.

ZEIT ONLINE: Bis auf einen Vorfall beim Pokalspiel zwischen dem 1. FC Heidenheim und Werder Bremen hielten die Fans sich an die Abmachung. Der DFB machte trotzdem einen Rückzieher. Warum?