ZEIT ONLINE: Herr Friedrich, würden Sie Felix Magath den PIN-Code ihrer EC-Karte anvertrauen?

Arne Friedrich: Wo denken Sie hin? Meinen PIN-Code kennen zwei Menschen: Ich und meine Freundin. In Finanzsachen vertraue ich sonst nur meinem Anlageberater, den ich seit einigen Jahren kenne. Auf den kann ich mich verlassen. Wir sprachen schon über meine Anlagestrategie, als ich mein erstes Geld verdient hatte. Ich entschied mich damals für eine konservative Anlagestruktur. Über die Jahre hat sich bewahrheitet, dass sicher besser ist. Auch in der Krise habe ich keine großen Verluste gemacht.

ZEIT ONLINE: Gibt es in Ihrem Portfolio auch VW-Aktien?

Friedrich: Nee, allerdings kann man nicht so viel falsch machen, wenn man Anteile an deutschen erfolgreichen Unternehmen kauft, wie VW eines ist.

ZEIT ONLINE:Siemens, BVB, BMW – wo haben Sie investiert?

Friedrich: Ich habe mein Geld sehr breit angelegt. Da sind Immobilien, Beteiligungen, Aktien dabei.

ZEIT ONLINE: Was halten Sie von Staatsanleihen?

Friedrich: Tja, im Moment ist das nicht mein Ding, zumindest wenn Sie Anleihen von den verschuldeten Euro-Staaten meinen. Die Rendite ist zwar hoch, aber wie es am Ende ausgeht, weiß man nicht ganz genau.

ZEIT ONLINE: Woran merken Sie eigentlich, dass Euro-Krise ist?

Friedrich: Das Thema ist in den Medien unglaublich präsent und wird oft diskutiert. Die Auswirkungen erfahren wir in Deutschland durch das Schwanken der Aktienkurse.

ZEIT ONLINE: Der Dax ist gerade wieder unter die 6.000-Punkte-Marke gefallen. Können Sie trotzdem gut schlafen?

Friedrich: Ja, das geht schon. Mir hat mal jemand gesagt, dass Panik bei Aktienfragen nicht viel bringt. Auf lange Sicht gleichen sich Einbrüche wieder aus. Man sollte das Geld nur nicht kurzfristig bei schlechten Kursen abheben müssen.

ZEIT ONLINE: Wann haben Sie begonnen, sich mit Finanzen auseinanderzusetzen?

Friedrich: Richtig intensiv habe ich mich mit dem Aktienmarkt noch nie beschäftigt. Einzelne Aktien habe ich noch nie gekauft. Es gibt Fußballer, die sich von morgens bis abends mit den Kursentwicklungen beschäftigen. Ich mache das nicht. Wenn ich den ganzen Tag auf die Börsen gucken würde, um meine Aktien zu verwalten, vergäbe ich doch meine Lebensqualität. Ich denke, es ist wichtig, einen Anlageberater zu haben, dem man vertrauen kann.

ZEIT ONLINE: Sie sind vermutlich wohlhabend und werden von vielen Anlageberatern umworben.

Friedrich: Ich kenne einen ehemaligen Mitspieler, der sich schon während seiner Zeit als Fußballer sehr mit Anlagevarianten beschäftigt hat. Der hat mir einige Tipps gegeben. Wir haben uns auch mal zusammengesetzt, aber er hat nie versucht, mich zu etwas zu überreden. Heute arbeitet er für eine Bank.

ZEIT ONLINE: Auf dem Finanzmarkt spricht man von faulen Anleihen, wenn man etwas kauft, was sich im Nachhinein als weniger wertvoll herausstellt. Kann man das auf den Transfermarkt des Fußballs übertragen?

Friedrich: Sie meinen, wenn ein Verein die Katze im Sack gekauft hat? Eigentlich weiß ein Verein schon, wen er verpflichtet. Um den Gesundheits- und Fitnesszustand zu überprüfen, untersuchen die Clubs vor der Vertragsunterzeichnung ihre Spieler ausführlich. Wenn doch einmal eine faule Anleihe ins Portfolio kommt, liegt das eher an schlechter Einkaufspolitik.

ZEIT ONLINE: Waren Sie eine faule Anleihe des VfL Wolfsburg?