Etwa 70 aktive und ehemalige DFB-Unparteiische werden derzeit wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung überprüft. Dies berichtete Spiegel Online unter Berufung auf Informationen des Hamburger Nachrichtenmagazins Der Spiegel. Danach hätten manche der Beschuldigten über 100.000 Euro an Einnahmen verschwiegen.

In einer Notiz eines Fahnders heiße es, es müsse "von einem System ausgegangen werden". Eine der Schlüsselfiguren in dem Skandal soll laut dem Magazin der ehemalige Schiedsrichter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Winfried Buchhart, sein. Der 53-Jährige sei inzwischen ein hochrangiger Funktionär des Bayerischen Fußball-Verbandes und zudem Inhaber der Schrobenhausener Treuhand GmbH, eines Steuerbüros in der Nähe von Augsburg.

Fahnder des Finanzamtes Augsburg-Stadt nehmen an, schrieb Spiegel Online weiter, dass die Schrobenhausener Treuhand GmbH Steuererklärungen manipuliert habe, indem sie für die Schiedsrichter routinemäßig Kosten erfanden wie Dienstfahrten, Bewirtung oder Geschenke. Ziel war es, sie von der Steuer zu entlasten. Ein DFB-Sprecher sagte zu den neuen Entwicklungen: "Wir können den Vorgang erst dann bewerten, wenn konkrete Ergebnisse vorliegen."

Nach einem Krisengespräch wegen der Steueraffäre hatte der DFB am Freitag aber Aufklärung angekündigt. Der Verband hatte rund 35 aktive Unparteiische aus den drei höchsten Ligen zum Rapport bestellt. Die DFB-Spitze unter Präsident Theo Zwanziger drängt darauf, dass die unter Verdacht geratenen Bundesliga-Referees möglichst schnell und aktiv an der Aufklärung durch die Steuerbehörden mitwirken. Die Steueraffäre war maßgeblich durch eine Anzeige des ehemaligen DFB-Schiedsrichter-Obmanns Manfred Amerell ausgelöst worden.