Wer spielte wie gegen wen?

Bayern München – 1. FC Köln 3:0
Bayer Leverkusen – 1. FC Nürnberg 0:3
Hamburger SV – FC Augsburg 1:1
SC Freiburg – Borussia Dortmund 1:4
1899 Hoffenheim – Hertha BSC 1:1
VfL Wolfsburg – VfB Stuttgart 1:0
FC Schalke 04 – Werder Bremen 5:0
1. FC Kaiserslautern – Hannover 96 1:1
Borussia Mönchengladbach – FSV Mainz 1:0

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Man hatte Grund, skeptisch zu sein, als Raúl zu Beginn der vergangenen Saison erstmals das Schalke-Trikot überzog. Ein alternder Torjäger, der irgendwo versteckt ein Real-Madrid-Tattoo tragen musste, und wohl einfach noch mal ein bisschen Geld für seine Finca am Meer verdienen wollte. Außerdem wurde er von Felix Magath geholt, der schon damals und seitdem noch viel mehr als Großeinkäufer verschrien war, weil er wegen der schieren Masse seiner Erwerbungen auch mal eingeditschte Ware mit nach Hause brachte. Raúl aber, so stellt sich heraus, ist nicht nur ein feiner Kerl, sondern noch immer ein großartiger Stürmer. Werder Bremen besiegte er am Wochenende alleine, traf beim 5:0 dreimal, gab am Ende gar den linken Außenverteidiger. Dabei könnte der Spanier auch langsamer machen. In der Offensive ist er von vielen guten Kickern umgeben: dem Vorlagenwunder Jurado etwa, dem lockigen Pukki oder dem torgeilen Klaas-Jan Huntelaar. Wenn die verletzten Lewis Holtby und Jefferson Farfàn wieder dazustoßen, hat der einstige Defensiv-Ästhet Huub Stevens ein Team beisammen, das mit seiner Angriffsabteilung vielleicht nicht mit den Bayern um die Meisterschaft streiten können wird, aber zumindest dem Nachbarn aus Dortmund am Ende der Spielzeit den zweiten Champions-League-Platz streitig machen könnte. Und Raúl? Spanische Zeitungen sehen ihn nach der Verletzung von David Villa und der Formkrise von Fernando Torres bereits wieder in der Nationalelf. Raùl bei der EM 2012? Im Finale gegen Deutschland? Dann hätten wir wieder allen Grund, skeptisch zu sein.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Wenn eine Mannschaft wie der 1. FC Köln nach München fährt, dann stellt sie sich neunzig Minuten lang vors eigene Tor und betet zu ihrem Geißbock, dass es gut gehen möge. In der Vergangenheit ging es oft gut, seit neun Jahren hat Köln in München nicht mehr verloren. Schön anzusehen war es selten. Diesmal auch nicht. Nicht einmal, als Franck Ribéry es fertig brachte, in wenigen Sekunden zunächst die Gelbe, später die Gelb-Rote Karte zu sehen. Wer nämlich dachte, elf Kölner würden gegen zehn Münchener nun versuchen, Fußballsport zu betreiben, lag falsch. Deswegen ist es nur gerecht, dass der FCB dieses Mal gewann. Die Münchner sind Herbstmeister und werden wohl auch Frühsommermeister. Es sei denn, es gibt noch ein paar mutige Teams im Fußballland.

Wer stand im Blickpunkt?

Von den meisten Augsburger Spielern hat der gemeine Bundesligafan erst wenig gehört. Was man über die Akteure des Aufsteigers weiß: Einige tragen lustige Namen (Jan-Ingwer Callsen-Bracker), andere lustige Frisuren (Lorenzo Davids). Der Name des Augsburger Torwarts Mohamed Amsif klingt mäßig spannend, sein Haarschnitt ist auch eher basic, Modell drei Millimeter. Aber halten kann der Mann. Fast alleine warf sich der 22-jährige marokkanische Nationaltorhüter beim 1:1 seines Teams dem ruhmreichen HSV entgegen. Neun verhinderte Großchancen zählten die Chronisten. Ilicevic, Guerrero, Petric, Kacar – der halbe HSV bekam angesichts Amsif graue Haare. Nicht übel, für den (ehemaligen?) Ersatztorwart des (ehemaligen!) Abstiegskandidaten Nummer eins. Amsif durchlief übrigens die Schule von Schalke 04, nicht die schlechteste Station in einem Torwartlebenslauf.