Wenn ich dieser Tage über das Leben in einem Fitnessclub nachdenke, gebietet es der Anstand, dass ich die Gesellschaft um mich herum nicht ignoriere. In Amerika ist Wahlsaison, eine Zeit, in der uns die Präsidentschaftskandidaten mit immer lauteren Bekanntmachungen, immer größeren Versprechungen und niemals endenden persönlichen Emails bombardieren.

All diese Dinge bringen mich in die wenig beneidenswerte Lage, entscheiden zu müssen, wer unser nächster Präsident sein wird. Auf der einen Seite gibt es ein paar Republikaner, die behaupten, Gott hätte ihnen befohlen, zu kandidieren, und weil es Gottes Wunsch ist, soll es auch meiner sein. Logisch.

Auf der anderen Seite haben wir Barack Obama , Amerikas Präsidenten, der in den letzten Wochen alles daran gesetzt hat, mich von einer Lotterie für ein intimes Abendessen mit ihm zu überzeugen. "Michelle und ich laden ein", schrieb er mir neulich. Alles, was er dafür haben will, sind drei Dollar. "Hey Freund", emailte er mir neulich, "spende noch heute $3 oder mehr, wenn du kannst." Unterzeichnet hat er mit "Barack".

Ich würde sehr gerne mit Barack essen. Seit Jahren frage ich mich, ob er Knoblauch mag, und das wäre eine großartige Gelegenheit, um diese Frage endlich zu klären. Außerdem ist Michelle sicher eine hervorragende Köchin, und ich würde liebend gerne ihre kulinarischen Kreationen kosten. Das Problem an der Sache: Was mache ich mit Gott, der ja offensichtlich die Republikaner bevorzugt?

Es ist ein riesiges Dilemma: Ich muss zwischen himmlischem und irdischem Lohn entscheiden, zwischen Gott und dem Teufel, würden manche sagen.

Um ehrlich zu sein: Barack Obamas Email hätte zu keinem heikleren Zeitpunkt meines Lebens kommen können. Erst vor einigen Tagen habe ich eine Münze geworfen und den Neujahrsvorsatz gefasst, mich in einem Fitnessclub anzumelden und fettigen Speisen abzuschwören. Aber eine Mahlzeit im Weißen Haus ist sicher extrem reichhaltig.

Vielleicht klingt das für Sie wie eine Belanglosigkeit, aber lassen Sie mich Ihnen einen sehr persönlichen Wesenszug mitteilen: Wenn ich im Januar fettige Speisen esse, esse ich sie bis zum Jahresende weiter. So bin ich. Was will man machen? Höflich wie ich bin, kann ich eines sicher sagen: zu Knoblauch mit Michelle und Barack kann ich nicht nein sagen. Das wäre regelrecht rüpelhaft. Andererseits habe ich einen Vorsatz gefasst. Und wie könnte ich mein Wort brechen?

Um dieses Problem zu lösen, denke ich, sollte ich mich mit meinen Mit-New Yorkern beraten, ehe ich mich zu weiteren Schritten entschließe. Ich sollte sie fragen, was sie sich für das neue Jahr vorgenommen haben. Und vielleicht auch, was sie von meinem Gewicht halten. Besonders interessiert mich – aber bitte sagen Sie niemandem, dass ich Ihnen das gesagt habe – was die jungen Mädchen dieser Welt von einem dicken Mann wie mir halten. Wenn die Mehrheit sich ähnliche Dinge vornimmt wie ich, oder wenn mir die Mädchen sagen, dass dick nicht schick ist, bleibe ich bei meinem Vorsatz. Und wenn nicht: Knoblauch im Weißen Haus!

Ich beschließe, in Midtown Manhattan zwischen der Penn Station und dem Times Square nach weisen Menschen zu suchen, die mir Erleuchtung bringen. Die erste Person, die ich treffe, ist Timothy, zwar nicht gerade ein Mädchen, aber besser als nichts. Timothy hat sich aufgebrezelt, er zeigt Haut und freut sich, wenn ihn die Leute anstarren.

"Timothy, was ist dein Vorsatz fürs neue Jahr?"
"Occupy the Government."
Timothy ist keine große Hilfe. Ich will die Regierung nicht besetzen, ich will mit ihr Knoblauch essen.