Das Jahr begann in London mit Superfeuerwerk und Olympiaparade. Englands Premier David Cameron verkündete in seiner Neujahrsansprache: "Wir werden uns von der besten Seite zeigen und stolz sein, wer wir sind und was wir sogar in diesen schweren Zeiten schaffen können." London hat Großes vor: Im Juni ist für das Thronjubiläum der Queen eine Vier-Tage-Party geplant. Und dann beginnen auch schon die Olympischen Spiele.

Camerons Aussagen geben nicht unbedingt die Meinung des Volkes wieder. Während die Offiziellen letzte Hand ans Olympiagelände in Ostlondon anlegen und hochzufrieden mit ihrer Arbeit sind, bleiben viele Briten aufgrund der hohen Kosten skeptisch. In der Bewerbung um die Olympischen Spiele von 2005 waren ursprünglich einmal 2,4 Milliarden Pfund veranschlagt. Mittlerweile liegt der Etat bei 9,3 Milliarden.

Nach einer Umfrage des Sunday Express halten 55 Prozent diese Summe für "zum Fenster hinaus geworfen". Nur 23 Prozent der Londoner halten die Spiele für eine gute Investition, im Rest des Landes sind es noch weniger. "Das wird noch kommen", glaubt Sebastian Coe, ehemals Goldmedaillen-Mittelstreckler, nun Olympiachef. Wenn ab dem 19. Mai die Olympische Fackel durch Großbritannien zieht, werde sich die Stimmung schon ändern.

Londons Oberbürgermeister Boris Johnson hat derweil ganz andere Sorgen. Zum einen, dass er die Bürgermeisterwahl im Mai verlieren und sein Rivale Ken Livingstone , der die Spiele überhaupt erst nach London holte, bei der Eröffnungsfeier am 27. Juli wieder als Amtsträger im Stadion sitzen könnte. Und zum anderen, ob London auch genügend Eindruck machen kann. "Wir sind gerüstet für die größten Spiele, die es je gab –, in der besten Stadt der Welt", posaunt er.

Und obwohl London für wirtschaftlich vernünftige Spiele stehen wollte, gestattete man Johnson zusätzliche 40 Millionen Pfund für eine noch pompösere Eröffnungsfeier als geplant. Die Filmregisseure Danny Boyle ( Slumdog Millionaire ) und Stephen Daldry ( Billy Elliot ) planen einen Drei-Stunden-Superwerbespot für London und das Vereinigte Königreich. Zudem hält sich das Gerücht, Paul McCartney würde auftreten.