Sambia ist überraschend zum ersten Mal Fußball-Meister von Afrika . Der Außenseiter gewann am Sonntag im Endspiel in Libreville 8:7 im Elfmeterschießen gegen den Favoriten Elfenbeinküste .

Schon nach 80 Sekunden hätte Sambia im Stadion der Freundschaft in Führung gehen können. Nach einem Eckball zielte Nathan Sinkala mit einem Flachschuss auf das Tor der ivorischen Nationalmannschaft, doch Torhüter Boubacar Barry hielt reaktionsschnell. In der insgesamt wenig aufregenden Partie konnte sich die Elfenbeinküste um den Star Didier Drogba nie große Vorteile erspielen und hatte vor der Halbzeit nur eine gute Möglichkeit: Yaya Touré schoss den Ball aus elf Metern knapp vorbei, Drogba hatte vorgelegt. 



Dem Torjäger des FC Chelsea bot sich unter den Augen des brasilianischen Idols Pelé in der bis dahin aufregendsten Szene der zweiten Hälfte die Riesenchance zur Führung. Nach einem Schubser von Isaac Chansa an Gervinho in der 70. Minute gab es Elfmeter, Drogba setzte den Ball aber hoch über das Tor. Schon im Viertelfinale gegen Co-Gastgeber Äquatorialguinea hatte er vom Punkt aus vergeben.

Elfmeterentscheidung erst nach 18 Schützen



Erst in der Nachspielzeit der regulären 90 Minuten wurde Sambia durch Emmanuel Mayuka im Strafraum wieder gefährlich. Mayuka wurde aber im letzten Moment am Schuss gehindert. Zuvor setzte Max Gradel einen Flachschuss knapp am langen Eck von Sambias Tor vorbei (88.). Doch auch die Elfenbeinküste hatte Glück. Der Ex-Bielefelder Chris Katongo scheiterte in der Verlängerung knapp an Torhüter Barry, der den Ball mit dem Fuß gerade noch an den Außenpfosten lenken konnte (95.). Ein Treffer fiel auch danach nicht mehr, das 0:0 nach 120 Minuten war insgesamt auch gerecht.

Die Entscheidung im Elfmeterschießen fiel erst nach 18 Schützen. Zwar parierte Sambias Torhüter Kennedy Mweene gegen Souleyman Bamba, der Strafstoß wurde jedoch wiederholt, im zweiten Anlauf traf Bamba dann. Auch Drogba machte es als fünfter Schütze der Ivorer besser als im Spiel. Beim Stand von 5:5 war die Entscheidung nicht gefallen, so dass weitergeschossen werden musste. Auch Didier Ya Konan von Hannover 96 traf als siebter Akteur, doch danach hielt Mweene gegen Kolo Touré. Rainford Kalaba vergab den ersten Matchball, nach dem nächsten Fehlschuss durch Gervinho erzielte Sunzu schließlich den Siegtreffer für Sambia.

Für Sambia war es im dritten Anlauf nach 1974 und 1994 der erste Sieg in einem Endspiel des Afrika-Cups, die Elfenbeinküste verpasste dagegen wie schon vor sechs Jahren den zweiten Titelgewinn nach 1992. Den dritten Platz hatte sich am Samstag überraschend Mali im kleinen Finale mit 2:0 (1:0) gegen Ghana gesichert.