Haben Sie sich jemals die Vielzahl an Menschen angeschaut, die sich Fitnessclub-Mitglieder nennen? Ich wette, jeder Einzelne von ihnen hat mindestens einen Doktortitel in Sport, Fitness oder Clubwissenschaft, oder wie auch immer man das nennt. Ein paar dieser Tierchen führen mehrere dieser Titel, da bin ich mir sicher. Ich erstarre vor Ehrfurcht vor ihnen – sie haben mehr Muskeln, als ich Fett habe.

Und alle konkurrieren miteinander, wenn ich das richtig analysiere: wer schneller rennt, wer höher springt und wer schwerere Gewichte heben kann. Könnte ich mich mit ihnen messen? Könnte ich ihr Wissensniveau erreichen? Werde ich es jemals schaffen?

Weil ich in einem Land lebe, das sich "Wir, das Volk" nennt und " Yes We Can " sagt, ist die Antwort ein klares Ja. Allerdings muss ich ganz von vorne beginnen. Vielleicht brauche ich sechzig oder achtzig Jahre dafür, aber mit Sicherheit werde ich es schaffen. Die einzige Frage ist: Wo fange ich an? Vielleicht sollte ich es mit einem Einführungskurs versuchen. Das wäre sicher sinnvoll, aber dann stellt sich sofort die nächste Frage: An welcher Universität schreibe ich mich ein?

Vielleicht bringe ich mir die Grundzüge ja auch selbst bei, allein schon, um die 50.000 Dollar Studiengebühren zu sparen, die jede glaubwürdige Uni in diesem Land mittlerweile verlangt. Wenn ich zum Beispiel das nächste Mal eine Pizza will, werde ich sie nicht bei dem netten Ägypter unten im Haus kaufen, sondern beim Italiener auf der anderen Straßenseite. Ein derartiger Spaziergang ähnelt dann der Arbeit auf dem Laufband, oder?

Zweifelsohne eine gute Idee, aber sie bringt ein großes Problem mit sich. Der Ägypter ist immer sehr nett zu mir. Er berechnet mir zum Beispiel nie die Getränke. Wie könnte ein Jude wie ich so ein schönes Geschenk von einem ehrwürdigen Ägypter wie ihm ignorieren? Das wäre unhöflich.

Er weiß allerdings nicht, dass ich Jude bin. Ich habe ihm gesagt, ich sei Jordanier, und weil wir deshalb arabische Brüder sind, denkt er, er müsse mir etwas umsonst geben. Es wäre peinlich und unhöflich, wenn mich der Ägypter mit einer Pizza vom Italiener erwischen würde. Das kommt also nicht in Frage.

Wahrscheinlich sollte ich nur noch Falafel essen. Zwei Blocks weiter gibt es diese Falafelbude. Der Besitzer ist ebenfalls Ägypter. Er stopft mein Brot mit doppelt so vielen Köstlichkeiten wie bei seinen anderen Kunden, und außerdem nimmt er immer einen Dollar weniger. Nein, ich habe ihm nicht gesagt, dass ich Jordanier sei. Machen Sie Witze? Ich habe ihm gesagt, ich sei Libanese.

Die Tage vergehen, und ich esse so viele Falafel, wie mein Magen vertragen kann. Und siehe da: Ich mache auf der Waage genau so viele Fortschritte wie Israelis und Palästinenser bei ihren Friedensverhandlungen. Ich bin dicker als jemals zuvor. Offensichtlich sollte ich diesen Ägyptern nicht vertrauen.

Ebenso offensichtlich ist, dass ich nicht weiß, was ich tue. Ich habe keinen blassen Schimmer. Ich brauche einen Lehrer. Und wo gibt es besseren Unterricht als an einer Universität?

In Downtown Manhattan gibt es eine Klinik mit einer Abteilung für Physiotherapie, in der allerlei seltsames Kraftgerät herumsteht. Und es ist deutlich billiger als die Columbia University, soviel ist sicher. Hin da! Dreimal dürfen Sie raten, was mich erwartet. Es gibt mehr Ägypter in der Stadt, als Gott zählen kann.

Ich werde von Ayman begrüßt. Ayman ist einer der Therapeuten und stolzer Ägypter. Er liest meine Akte und sieht sofort, dass ich weder Jordanier noch Libanese und erst recht kein Äthiopier bin. Und er verhält sich auch so. In der Sekunde, in der Ayman meine Akte zuklappt, nennt er mich "Bullshit". Ich schimpfe Arabisch zurück, aber er zuckt noch nicht einmal.

"Du bist Jude", sagt er.

Sag das noch einmal!

Allah, erklärt mir Ayman, hat dem Araber und dem Juden "genau gleiche Mengen Bullshit" gegeben. "Wir gehören zu einer Familie, wir sind von einem Fleisch. Wir beide sind Bullshit." Punkt. "Jetzt ab aufs Fahrrad", sagt er.

Ich frage ihn, ob ich damit nach New Jersey komme.

"Jetzt keine Bullshit-Witze", bellt er mich an. "Arbeit!"