SpVgg Greuther Fürth - Borussia Dortmund 0:1 n.V. (0:0)

Borussia Dortmund ist beim Zweitliga-Spitzenreiter Greuther Fürth im Pokal-Halbfinale mit einem blauen Auge davongekommen und steht zum fünften Mal im Endspiel. Erst in der Verlängerung setzte sich der deutsche Meister durch. Der eingewechselte Ilka Gündogan erzielte das Tor in der letzten Minute. "Dass gerade in der allerletzten Sekunde das Tor für uns fällt, das ist ein unbeschreibliches Gefühl", sagte der Torschütze. "Das ist ein absoluter Traum. Jetzt sind wir im Finale und alles ist gut", sagte Dortmunds Coach Jürgen Klopp. "Es war ein ganz, ganz schweres Spiel."

Die stark aufspielenden Dortmunder hatten sich zuvor das Leben selbst schwer gemacht, weil sie viele gute Torchancen vergeben hatten. Von einem Klassenunterschied zwischen dem Erstliga-Spitzenreiter und dem Zweitliga-Tabellenführer war nichts zu sehen. "Klar müssen wir getröstet werden. Die Mannschaft hat hervorragend gespielt. Bitterer kann man nicht ausscheiden", sagte Fürths Trainer Mike Büskens.

"Fürth spielt sensationell, hat absolutes Erstliga-Niveau", sagte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc . Der Zweitligist, der schon die Bundesligisten Nürnberg und Hoffenheim ausgeschaltet hatte, spielte in der Verlängerung weiter mit ganz viel Leidenschaft. Spielerisch lief bei beiden Teams nicht mehr allzu viel zusammen. Bei Fürth brachte Büskens in der 118. Minute den Ersatztorhüter Jasmin Fejzic für Max Grün und baute auf das Elfmeterschießen. Doch Fejzic wurde zur tragischen Figur, denn Gündogans 16-Meterschuss prallte gegen den Pfosten, dann gegen den Rücken des Keepers und dann ins Tor.

Zu Spielbeginn erkämpfte sich der Favorit nach einem Freistoß von Marcel Schmelzer die erste Torchance, mit dem Kopfball von Sebastian Kehl hatte Grün aber kein Problem. Nach einer halben Stunde, nach der ersten Unachtsamkeit in der Abwehr des Zweitligisten, hätte Shinji Kagawa die Borussia in Führung bringen müssen. Hatte der Japaner zuletzt in der Bundesliga gegen Bremen erstmals mit dem Kopf getroffen, vergab er diesmal, wenn auch knapp. Noch kläglicher agierte fünf Minuten später Robert Lewandowski . Ganz alleine kam der Pole nach einer Flanke von Kagawa im Strafraum an den Ball, doch er zögerte zu lange.

Immer wieder kamen die Dortmunder über die Flügel, die Fürther Außenverteidiger, Bernd Nehrig und Heinrich Schmidtgal mussten Schwerstarbeit verrichten und waren schon früh gelb-belastet. Grün verhinderte mit einer Glanzparade elf Minuten nach der Pause den Rückstand gegen Kevin Großkreutz, nur zwei Minuten später vergab Kagawa die nächste Chance. Nach genau einer Stunde köpfte Fürths starker Kanadier Oliver Occean über die Latte, das Spiel war offener geworden.

Für Kagawa brachte Klopp in der 70. Minute Lucas Barrios , doch die nächste Dortmunder Möglichkeit hatte Großkreutz. Nun war es ein echter Pokal-Fight. Für Fürth vergab erneut Occean, für den nach seiner Verletzung erstmals von Beginn an aufgebotenen Sven Bender kam bei Dortmund Ilkay Gündogan. Und in der 85. Minute wurde bei Fürth für Felix Klaus der Publikumsliebling Gerald Asamoah eingewechselt. Wenig später ging es dann in die Verlängerung.

SpVgg Greuther Fürth: Grün (118. Fejzic) - Nehrig, Kleine, Mavraj, Schmidtgal - Fürstner, Prib - Klaus (85. Asamoah), Sararer - Occean, Nöthe (70. Zillner)

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender (82. Gündogan), Kehl - Blaszczykowski, Kagawa (70. Barrios), Großkreutz - Lewandowski (106. Perisic)

Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)

Zuschauer: 15.500 (ausverkauft)

Tor: 0:1 Gündogan (120.)

Gelbe Karten: Nehrig, Occean, Prib, Schmidtgal / Barrios, Lewandowski, Subotic

Beste Spieler: Sararer, Grün / Kagawa, Gündogan