Der Traum des Uli Hoeneß:

Das Champions-League-Finale im eigenen Stadion zu gewinnen ist Uli Hoeneß' Lebenstraum. Das hat er oft genug anklingen lassen. Dabei geht es nicht nur um den höchsten Titel des europäischen Vereinsfußballs, sondern eben auch um die Allianz-Arena, die vielleicht in ein paar Jahren Uli-Hoeneß-Arena heißen könnte. Das Stadion war Hoeneß' Prestigeprojekt. Der Bayern-Präsident ist zwar im Olympiastadion groß geworden, doch er träumte schon immer von einem größeren und vor allem eigenen Stadion. Dafür betrat Hoeneß sogar die Kreditabteilung einer Bank. Für 350 Millionen Euro baute der FC Bayern gemeinsam mit dem Lokalrivalen 1860 München die Arena im Münchner Norden, eines der größten und modernsten Fußballstadien der Welt. Weil 1860 finanzielle Probleme hatte, ist der FC Bayern nun alleiniger Eigentümer des Stadions.

Hoeneß wird nach dem Finale den Verein nicht gleich zusperren, aber der 19. Mai 2012 soll der Höhepunkt in der Geschichte des FC Bayern werden. Und die ist bekanntlich nicht arm an Höhepunkten.

Der Traum des Roman Abramowitsch:

Abramowitsch mag Statussymbole. Wenn alles stimmt, was über ihn geschrieben wird, gehört ihm: die längste Yacht der Welt, zwei U-Boote, fünf Helikopter, ein Stadthaus in London, ein Landsitz in West Sussex, ein deutsches Schloss, ein französisches Chateau, der zweitgrößte Privatjet der Welt, das Gemälde Tryptich von Francis Bacon, das Gemälde Benefits Supervisor Sleeping von Lucian Freud, eine Residenz auf der Karibik-Insel St. Barth. Und er beschäftigt vierzig Bodyguards. Nur ein Champions-League-Titel fehlt noch. "Seit dem ersten Tag träumt Abramowitsch davon", sagte Chelseas Kapitän John Terry nach dem sensationellen Finaleinzug gegen Barcelona .

Chelsea sollte sich beeilen. Greifen die Financial-Fairplay-Regeln der Uefa in den kommenden Jahren vollständig, zeigt sich, wie unnachhaltig das Londoner Geschäft gewesen sein wird. Dann erlaubt es der europäische Fußballverband einem Mäzen eben nicht mehr, ein millionenschweres Defizit aus der eigenen Tasche zu begleichen. Oder wie Uli Hoeneß kürzlich sagte: "Wenn Abramowitsch den Stecker zieht, kannst du Chelsea als Puzzle am Kiosk kaufen."