Beginnen wir mit einer guten Nachricht: Auch wenn Griechenland auf CCC herabgestuft wurde und damit eigentlich nur noch für Rudis Resterampe taugt: Die olympische Flamme brennt!

Unfallfrei wurde sie in der vergangenen Woche am historischen Ort im Hera-Tempel zu Olympia von griechischen Elfen entzündet. Das Feuer war ganz ohne EU-Finanzhilfe zu haben, es brauchte nur einen Parabolspiegel, der von den vorhergehenden Spielen sicher noch übrig war. Den Rest erledigte die Sonne, die immer noch gratis über Griechenland lacht. Acht Tage lang tourte die Flamme danach durchs Hellenenreich, bevor Prinzessin Anne und David Beckham , die britischen Sendboten, das Feuer sicher auf ihre Insel brachten.

Dort wird es nun in gut zwei Monaten herumgeschleppt, unter anderem bereits von Zara Philipps, der vielseitigkeitsreitenden Enkelin der Königin und Didier Drogba , derzeit Europas Fußball-König.

13.000 Kilometer lang ist die Runde durchs Königreich , damit 95 Prozent der britischen Bevölkerung höchstens 16 Kilometer von der Flamme entfernt sind. Schon seltsam, wie sich gerade die Engländer begeistern können für eine Tradition, die die Nazis für ihre Berliner Spiele von 1936 erfunden haben.

Immerhin macht das Königreich nicht mit bei der vor vier Jahren von den Chinesen losgetretenen Superlativitis. Damals war der Fackellauf zehnmal so lang und führte sogar auf den Mount Everest, im Ausland zuverlässig begleitet von Protesten gegen die Menschenrechtslage in China . In London wird alles ein paar Nummern kleiner, sogar das Olympiastadion ist zu Teilen eine Angelegenheit für den Reycyclinghof. Es soll nach dem Ende der Spiele verkleinert werden.

Richtig begeistert sind die Londoner von ihren Spielen aber noch immer nicht. Kaum die Hälfte interessiert sich überhaupt dafür, mehr als 60 Prozent glauben gar, Olympia sei "nicht gut für das Land". Kein Wunder, schließlich muss das Königreich in den nächsten fünf Jahren 100 Milliarden Euro einsparen, gibt für die Spiele aber 11 Milliarden aus. Außerdem wird es den Sommer über zugehen wie in einem Krisengebiet: Auf der Themse wird ein Kriegsschiff kreuzen, Drohnen sollen die Stadt aus der Luft überwachen, als läge sie am Hindukusch .