Auch die vierte Partie des Moskauer Duells zwischen dem indischen Schachweltmeister Viswanathan Anand und seinem israelischen Herausforderer Boris Gelfand ist mit einem Remis zu Ende gegangen.

Gelfand mit Weiß hatte nur einen winzigen Vorteil aus der Eröffnung herausgeholt, den Anand aber einmal mehr ausgleichen konnte. 34 Züge lang war nicht wirklich etwas los auf dem Brett. Man sah ein feinsinniges Manövrieren im Slawischen Damengambit nach dem Vorbild der zweiten Partie , in der dieses System schon einmal auf den Tisch gekommen war.

Beide Spieler hatten nun je zweimal Weiß und zweimal Schwarz, dabei fällt ein Muster auf: Mit Schwarz wählte Gelfand die komplexe, lebendige und für beide Seiten schwer zu beherrschende Grünfeld-Indische-Verteidigung; mit Weiß ging er gegen den eher passiven Aufbau Anands ganz vorsichtig zu Werke. Verkehrte Welt sozusagen. Denn eigentlich sollte der Weiße mit seinem halben Zug Vorsprung das Spiel gestalten.

Aber auch in der Qualifikation hatte Gelfand schon die entscheidenden Partien mit Schwarz gewonnen, und auch Anand hatte bei den letzten beiden WM-Titelverteidigungen wichtige Schwarzsiege. Verschiebt sich hier etwas im Schach? Wird Schwarz das neue Weiß?

Zum bisherigen Verlauf des Matches mochten sich beide Spieler nach der heutigen Begegnung nicht äußern. Die Prognosen der Beobachter fallen nach dem ersten Drittel vorsichtiger aus als zu Beginn. Alles scheint noch möglich. Dass Gelfand die stürmische dritte Partie um ein Haar verloren hätte, spricht so sehr gegen ihn, wie gegen Anand das Auslassen einer wohl siegreichen Kombination unter Zeitdruck.

Die fünfte Partie folgt am Donnerstag.