Lewan Kobiaschwili vom Bundesliga-Absteiger Hertha BSC ist wegen seiner Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter Wolfgang Stark bis zum Ende des Jahres gesperrt worden. Kobiaschwili hatte Stark nach dem Abpfiff des Chaos-Spiels gegen Düsseldorf mit einem Faustschlag am Hinterkopf getroffen. Stark hatte nur mit Mühe einen Sturz vermieden und ein Hämatom im Nacken erlitten. Er erstattete daraufhin Strafanzeige gegen Kobiaschwili .

"Ich werde dieses Urteil akzeptieren, damit ich weiter Fußball spielen kann. Meine Familie und ich haben in der letzten Zeit sehr gelitten, daher bin ich jetzt sehr froh, dass das Verfahren abgeschlossen ist", sagte Kobiaschwili. Sein Vertrag in Berlin läuft noch bis Ende Juni 2013. Die Rückrunde könnte er damit noch für Hertha spielen.

Die Spieler Thomas Kraft und Andre Mijatović wurden wegen Schiedsrichterbeleidigung mit Sperren für vier beziehungsweise drei Pflichtspiele belegt. Hertha akzeptierte die Strafen. "Damit können wir uns auf die neue Saison konzentrieren", sagte Manager Michael Preetz .

Strafmaß für Christian Lell noch offen

Mit dem Urteil zu Kobiaschwili lag das DFB-Sportgericht deutlich unter der Forderung des DFB-Kontrollausschusses. Dieser hatte für Kobiaschwili eine einjährige Sperre gefordert. Trotzdem handelt es sich um eine Rekordstrafe; so lange wie Kobiaschwili wurde noch kein Bundesligaspieler gesperrt. Die bisher längste Sperre hatte Timo Konietzka erhalten, der als Spieler von 1860 München in der Saison 1966/67 wegen einer Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter für sechs Monate gesperrt worden war.

"Bei der Bemessung der Sperre für Lewan Kobiaschwili wurde insbesondere sein Geständnis berücksichtigt, das auch auf das Strafverfahren und einen möglichen Zivilrechtsstreit ausstrahlen kann", sagte der Vorsitzende Richter. "Im Übrigen erleidet der Spieler durch die Sperre hohe Einkommensverluste." Die Sperre wird rückwirkend auf den 16. Mai datiert und endet am 31. Dezember dieses Jahres, ist also auf 210 Tage festgesetzt. Kobiaschwili darf in dieser Zeit weder Pflicht- noch Freundschaftsspiele seines Vereins absolvieren.

Offen ist noch das Strafmaß für den Berliner Christian Lell . Wegen einer Tätlichkeit gegen seinen Gegenspieler und Schiedsrichter-Beleidigung hatte der DFB-Kontrollausschuss eine Sperre von sechs Meisterschaftsspielen beantragt. Er soll in der Nachspielzeit seinen Gegenspieler Assani Lukimya-Mulongoti angespuckt und nach Spielschluss den Schiedsrichter beleidigt haben. Mit einem Urteil des Sportgerichts sei noch im Laufe dieser Woche zu rechnen, teilte der DFB mit. Lell hat sich mittlerweile bei Lukimya-Mulongoti entschuldigt.