Vor und während dem EM-Spiel zwischen Polen und Russland kam es zu Ausschreitungen zwischen polnischen und russischen Fans.

Während des Spiels versuchten polnische Hooligans in der Innenstadt durch einen Technik-Eingang in die Fanzone einzudringen. Sie bewarfen Polizisten mit Steinen und Flaschen. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, berichtete die polnische Nachrichtenagentur PAP.

Zuvor waren mehr als 1.000 russische Fans zum Spiel ins Warschauer Stadion marschiert. Sie feierten mit Fahnen und Sprechchören den Unabhängigkeitstag ihres Landes. Trotz eines massiven Polizeiaufgebotes versuchten polnische Hooligans wiederholt, die Russen zu provozieren und anzugreifen. Steine flogen, Feuerwerkskörper wurden gezündet. Auch aus dem russischen Block suchten Hooligans die Auseinandersetzung mit den Polen.

Nach Angaben der Polizei gab es bei den Zusammenstößen elf Verletzte, darunter einen Deutschen. Keiner der Verletzten sei in Lebensgefahr, hieß es. Die Polizei nahm mehr als 100 Personen fest, weitere Festnahmen wurden nicht ausgeschlossen. Ein Polizeisprecher sagte, die Polizei analysiere die Bilder der Überwachungskameras, um Gewalttäter zu identifizieren. Zudem verstärkte die Polizei den Schutz der russischen Botschaft.

Insgesamt verlief der Marsch der russischen Fans trotz der Störungsversuche friedlich. Erst kurz vor dem Stadion wartete eine größere Gruppe polnischer Gegendemonstranten. Als sie begannen, Feuerwerkskörper zu zünden, leitete die Polizei den russischen Marsch zu einem anderen Stadioneingang um.

Der polnische Innenminister Jacek Cichocki hatte den Polizeieinsatz vor dem politisch wie sportlich brisanten Spiel als bisher größte Herausforderung für die Sicherheitskräfte bei der EM bezeichnet. Die polnische Hooligan-Szene gilt als aggressiv und gut organisiert. In Städten wie Krakau bekämpfen sich die Fans rivalisierender Vereine teilweise mit Macheten und Äxten .