Ein Turnier wie die Europameisterschaft schreibt immer Geschichten. Kleine Kurzgeschichten am Rande, große historische Erzählungen am Ende . Die Protagonisten dieser Fußballlektüre stehen nicht immer, aber häufig, auf dem Rasen. Ob im 4-4-2, 4-6-0 oder 4-2-3-1, immer sind es elf Spieler, mit denen man jubelt, leidet und gelegentlich auch schimpft.

Wir stellen Ihnen zum Abschluss des Turniers unsere persönliche Elf vor. Spieler, die uns in Erinnerung blieben, sei es durch schöne Tore, große Gesten oder durch ihren besonderen Charakter. Es geht nicht um die Spieler, die mit phänomenaler Tor,- Pass- oder Zweikampfquote überzeugen konnten. Auch wenn sie es sicherlich verdient hätten. Die folgende Elf ist vielmehr eine, die während der vergangenen vier Wochen Geschichten schrieb – persönliche, sportliche, abseitige und beeindruckende.

Unsere Elf:

Przemysław Tytoń, Polen

Viele Sportjournalisten atmeten auf, als sich in der Vorrunde Polen , Russland und die Ukraine verabschiedet hatten. Zu komplizierte Spielernamen: Wawrzyniak, Ignaschewitsch, Timoschtschuk. Oder eben Przemysław Tytoń – als wäre ein Fußball auf die Tastatur geplumpst. Sein frühes Ausscheiden aber bedrückte, weil das Turnier kaum 70 Minuten alt war, als Tytoń dessen erste und vielleicht auch schönste Geschichte schrieb . Für den des Platzes verwiesenen polnischen Torwart Wojciech Szczęsny (sehen Sie!?) kam er aufs Feld, hielt gleich einen Elfmeter und rettete seinen Polen das Unentschieden und die EM-Euphorie. Das die eine Woche später vorbei war, dafür kann Przemysław Tytoń nichts. Sein Name aber steht mittlerweile in vielen Notizbüchern. Ob mit oder ohne Fehler dürfte ihm egal sein.