Vielseitigkeitsreiter Michael Jung ist Doppel-Olympiasieger. Mit Sam gewann er in London nach Mannschafts-Gold auch die Einzelwertung. Bronze ging an Sandra Auffarth aus Ganderkesee mit Opgun Louvo. Silber sicherte sich die Schwedin Sara Algotsson-Ostholt mit Wega.

Die Entscheidung fiel am letzten Hindernis. Die vor dem finalen Spring-Durchgang führende Schwedin riss eine Stange und machte Jung an dessen 30. Geburtstag zum Olympiasieger. Ihm gelang damit dasselbe Kunststück wie Hinrich Romeike aus Nübbeln auf Marius vor vier Jahren in Hongkong . Der Vielseitigkeitsreiter aus Horb ist der erste, der zur selben Zeit Welt- und Europameister sowie Olympiasieger ist.

Wenige Stunden zuvor hatten Jung und Auffarth gemeinsam mit Ingrid Klimke (Münster) auf Abraxxas, Dirk Schrade (Sprockhövel) auf King Artus und Peter Thomsen (Lindewitt) auf Barny den Mannschafts-Triumph von 2008 wiederholt. Es war die erste deutsche Goldmedaille der Spiele in London . Das deutsche Team gewann mit 133,70 Strafpunkten vor den Gastgebern (138,20) und den Neuseeländern (144,40).

 Die sportliche Voraussetzung für die Medaille schafften die Reiter schon nach der ersten von drei Teilprüfungen. Denn obwohl der allererste von insgesamt 15 Ritten für die Team-Wertung daneben ging und Thomsen in der Dressur Probleme hatte, führte das deutsche Team von Beginn an.

Mit einem Null-Fehler-Ritt machte Jung den Olympiasieg vorzeitig perfekt. Die neun Strafpunkte von Schlussreiterin Klimke fielen nicht mehr ins Gewicht.

Denn vor Jung waren bereits Auffarth und Schrade jeweils ohne Abwürfe geblieben. "Diese drei Nullfehlerritte waren super für uns", sagte Bundestrainer Hans Melzer. "Das ist eine klasse Mannschaftsleistung."

Melzer hatte Jung vor dessen Ritt nicht gesagt, dass er schon die Goldmedaille sichern könnte. Deshalb wusste der Reiter aus Horb zunächst auch nicht, was sein Ritt bedeutete. "Ich musste erst noch einmal nachfragen", sagte er. "Das ist fantastisch. Die Anspannung war schon groß."

Silbermedaillen im Canadier- und Judo-Finale

Unterdessen hat Slalom-Kanute Sideris Tasiadis im Canadier-Wettbewerb die Silbermedaille gewonnen. Der Europameister aus Augsburg fuhr im Finale in 98,09 Sekunden auf dem Wildwasser-Kanal im Lee Valley White Water Centre auf Platz zwei. Schneller als der 22-Jährige war nur Tony Estanguet aus Frankreich. Der Olympiasieger von 2000 und 2004 benötigte 97,06 Sekunden. Dritter wurde Michal Martikan aus der Slowakei (98,31).

Sideris Tasiadis hat damit die erste deutsche Olympia-Medaille in dieser Disziplin seit 2004 gewonnen. Zuletzt hatte Stefan Pfannmöller aus Halle/Saale in Athen Bronze geholt.

Ebenfalls Silber gewann Judoka Ole Bischof. Der 32-Jährige unterlag im Finale der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm dem Südkoreaner Kim Jae-Bum, den er vor vier Jahren bei seinem Olympiasieg in Peking bezwungen hatte. Bei der Neuauflage dominierte der neue Olympiasieger den Kampf klar, er gewann durch Yuko.

Bischof verpasste es trotz seiner erneuten olympischen Glanzleistung, als erster deutscher Judoka überhaupt zwei Mal Gold bei Sommerspielen zu erkämpfen. Der Reutlinger hatte im Halbfinale den Amerikaner Travis Stevens durch Kampfrichterentscheid nach Verlängerung besiegt.