Nach der A-Probe ist auch die B-Probe des Radprofis Fränk Schleck positiv ausgefallen. Wie der Luxemburger selbst verkündete, wurde in dem Dopingtest erneut das Diuretikum Xipamid nachgewiesen. "Ich war Zeuge der Analyse der B-Probe", sagte Schleck, der wegen des Befundes von seinem Team RadioShack bereits aus der Tour de France genommen worden war.

Der Radprofi beteuert weiter seine Unschuld. "Ich weiß, dass ich nichts falsch gemacht habe. Ich werde weiter versuchen, herauszufinden, wie diese Substanz in meinen Körper gelangt ist", teilte er mit. Schon am Abend nach Bekanntwerden des Befundes hatte Schleck angekündigt, Klage gegen Unbekannt wegen Vergiftung einzureichen.

Schleck war bei einem Test am 14. Juli das Diuretikum Xipamid nachgewiesen worden, das zur Verschleierung von Dopingmitteln verwendet werden kann. In seiner Mitteilung, die das Luxemburger Wort veröffentlichte , erklärte er: "Momentan gehen wir Minute für Minute durch, was ich an den Tagen vor der Kontrolle und am 14. Juli gemacht, gegessen und getrunken habe, wen ich getroffen habe, womit ich in Kontakt war, welche Nahrungsergänzungsmittel ich genommen habe."

Gefährliche Substanz

Xipamid ist ein harntreibendes und damit körperentwässerndes Mittel. Der Tag der 13. Etappe am Mittelmeerort Cap d'Agde war sehr heiß. "In der Medizin heißt es, dass dieses Medikament unter extremen Bedingungen, wie bei einer Radrundfahrt, sehr gefährlich ist; es kann sogar tödlich sein", sagte Schleck. Daher wolle er unbedingt herausfinden, wie es in seinen Körper gelangt sei.

Wegen Unstimmigkeiten mit dem eigenen Team, dessen Leitung ihn und seinen Bruder Andy in den vergangenen Monaten öffentlich kritisierten, scheint ein Weggang der Schlecks von RadioShack sehr wahrscheinlich. Die Brüder hatten sich wegen angeblich fehlender Gehaltszahlungen sogar beim Radsport-Weltverband UCI beschwert.

Schleck war der erste Radprofi, der während der 99. Tour positiv getestet worden war. Bei einer Dopingverurteilung könnte ihm gegebenenfalls eine Sperre bevorstehen. Allerdings stehen Diuretika nicht auf der Dopingliste, weswegen schon der Russe Alexander Kolobnew im Vorjahr zunächst lediglich mit einer geringen Geldstrafe belegt und danach sogar freigesprochen wurde.

Fälschlicherweise war auf dem Artikelbild zunächst der deutsche Radprofi Jens Voigt zu sehen gewesen. Wir haben diesen Fehler behoben und bitten, ihn zu entschuldigen. Vielen Dank für den Hinweis, die Redaktion