Was ist neu?

Matthias Sammer. Der ehemalige DFB-Sportdirektor soll als neuer Manager die Bayern zurück an die Spitze führen. Sammer ist kein Mann der leisen Töne. Ob er sich auf Dauer mit den Granden des FC Bayern, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, verträgt? Auf dem Papier klingt dieses Triumvirat eher nach Soap-Opera denn Traumkonstellation. Der letzte Mann, der an der Allmachtstellung der zwei Übergestalten rüttelte, war Louis van Gaal, Ausgang bekannt .

Wer kam und wer ging?

Seit Wochen drücken viele Bayern-Fans sekündlich den Aktualisieren-Knopf ihres Internet-Browsers, in der Hoffnung, der Transfer des Spaniers Martinez sei endlich abgeschlossen . Die Presse kennt kein anderes Thema mehr: Kommt er? Kommt er nicht? Und kann ein Spieler, der den meisten Fußballfans bis dato unbekannt war, tatsächlich 40 Millionen wert sein? Franz Beckenbauer beteiligte sich in seiner gewohnt weisen Art an der Debatte: "Ich kenne den Spieler nicht, habe ihn noch nie gesehen. Aber wenn sich der FC Bayern für ihn interessiert, muss er ein Guter sein."

Welche Taktik steckt dahinter?

In München soll diese Saison alles besser werden – gerade auf dem Platz. Bis jetzt sah das Spiel der Bayern vielversprechend aus: Die Bayern spielen vertikaler als in der Vergangenheit, suchten schneller den Weg in die Spitze und tauschten auf dem Feld öfters die Positionen. Jetzt muss Heynckes es nur noch schaffen, von der Bank mit Einwechslungen Impulse zu setzen – eine der großen Schwächen in der vergangenen Saison.

Was wird Ärger geben?

Mario Gomez hat kein leichtes Leben: Er ist zwar der überragende Goalgetter der vergangenen Jahre, leider passt sein Spielstil aber so gar nicht zum Zeitgeist . "Moderne Stürmer müssen mitspielen!", sagt Mehmet Scholl und zettelte während der EM die "Wundliegen"-Debatte an. Dass diese beendet ist, darf bezweifelt werden: Mit Mario Mandzukic verpflichteten die Bayern einen Angreifer, der das genaue Gegenstück zu Gomez verkörpert. Er taucht praktisch überall auf dem Feld auf – links, rechts, oben, unten. Spätestens wenn Gomez wieder fit ist und sich mit Mandzukic um einen Stammplatz streitet, werden wir nach Synonymen für "wundliegen" suchen.

Was bringt das Ganze?

"Wir müssen lernen, dass auch Platz zwei eine sensationelle Leistung sein kann". Ungewohnte Worte aus dem Mund von Uli Hoeneß. Ob er diesen Ausspruch auch wiederholt, wenn es für die Bayern am Ende der Saison wieder nur zu Platz zwei reicht? Das kann gut passieren, denn in den entscheidenden Spielen patzte Heynckes taktisch in der Vergangenheit zu oft.