Dynamo Kiew - Bor. Mönchengladbach 1:2 (0:0)

Borussia Mönchengladbach hat das erhoffte Fußball-Wunder in Kiew knapp verpasst. Nach der 1:3-Niederlage vor heimischem Publikum gewann der Bundesliga-Vierte der vorigen Saison das Playoff-Rückspiel zur Champions League bei Dynamo Kiew zwar, muss aber dennoch sein internationales Comeback nach 16 Jahren in der Europa League fortsetzen. Ein Eigentor von Jewgeni Chatscheridi (70. Minute) und Juan Arangos Kopfballtreffer (78.) sorgten für den Achtungserfolg der Gladbacher, die eine konzentrierte Vorstellung boten und ganz dicht an der Sensation dran waren. Ideye Brown verkürzte erst in der 88. Minute für Dynamo.

Das eine fehlende Tor schlägt für die Borussia auf jeden Fall finanziell schwer zu Buche: Während die Champions-League-Teilnehmer 8,6 Millionen Euro Antrittsprämie erhalten, gibt es in der Europa League nur 1,3 Millionen zu verdienen. Als bisher einzigen deutschen Klubs im Europacup war es Bayern München gegen Inter Mailand (1988) und dem VfB Stuttgart gegen Feyenoord Rotterdam (1998) gelungen, einen Zwei-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel auswärts noch zu drehen.

Couragiert und entschlossen ging das Team von Lucien Favre die schwierige Aufgabe in der ukrainischen Hauptstadt an. Und die große Möglichkeit, dem Ganzen bereits früh eine Wende zu geben, bot sich bereits nach 70 Sekunden. Von Arango freigespielt, spitzelte Patrick Herrmann den Ball an Keeper Maxim Kowal, allerdings auch knapp am Tor vorbei. Wenig später zielte Mike Hanke über das Tor (14.). Bei Herrmanns zweiter Chance rettete Kowal mit beiden Fäusten (22.).

Zwar verzeichneten die Borussen in der ersten Halbzeit 60 Prozent Ballbesitz, allerdings machten sie vor etwa 2.000 mitgereisten Fans zu wenig aus ihren optischen Vorteilen. Obwohl Herrmann, Arango und der Schweizer Neuzugang Granit Xhaka ein enormes Laufpensum absolvierten, kam der entscheidende Pass zu selten an.

Der jeweils 13-fache sowjetische und ukrainische Meister spielte aus einer verstärkten Defensive und war im Bewusstsein des Zwei-Tore-Vorsprungs eher auf Ballkontrolle als auf Tore aus. Dennoch durften die Gladbacher den flinken Brown in Dynamos Sturmzentrum nicht aus den Augen lassen. In der 4. Minute spitzelte Martin Stranzl dem einschussbereiten Brown den Ball im letzten Moment vom Fuß.

Auch zu Beginn der zweiten Spielhälfte war die Borussia einem Treffer näher als die weiter sehr verhalten auftretenden Gastgeber. Als Schlussmann Kowal einen Arango-Schuss nicht festhalten konnte, verpasste der nachsetzende Herrmann das mögliche 0:1 (53.). Der für zwölf Millionen Euro verpflichtete Niederländer Luuk de Jong konnte sich im Gladbacher Angriffsspiel dagegen nur selten in Szene setzen.

So musste ein Dynamo-Spieler den Gladbachern den Weg zum Erfolg ebnen: 20 Minuten vor dem Ende köpfte Chatscheridi eine Arango-Flanke unhaltbar für Kowal in das eigene Tor. Als der überragende Arango wenig später einen Eckball von Alexander Ring zum 2:0 einköpfte, lag sogar die Sensation in der Luft. Doch mit Glück und Geschick retteten sich die Ukrainer über die Zeit.

Dynamo Kiew: Kowal - Danilo Silva, Betão, Chatscheridi, Taiwo - Miguel Veloso - Gussew, Ninkovic (46. Vukojevic), Garmasch, Jarmolenko - Ideye Brown (90.+3 Marco Ruben)

Bor. Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Brouwers, Daems - Nordtveit, Xhaka - Herrmann (63. Ring), Arango - Hanke (59. Hrgota), de Jong (72. de Camargo)

Schiedsrichter: Thomson (Schottland)

Zuschauer: 66.862

Tore: 0:1 Chatscheridi (70./Eigentor), 0:2 Arango (78.), 1:2 Ideye Brown (88.)

Gelbe Karten: Vukojevic / Brouwers, Nordtveit, Ring

Beste Spieler: Miguel Veloso, Gussew / Arango, Stranzl