Die Ruderin Nadja Drygalla hat sich deutlich von rechtsextremen Ansichten distanziert. Auch sei ihr Freund Michael Fischer seit Mai dieses Jahres kein NPD-Mitglied mehr und habe "persönlich mit dieser ganzen Sache gebrochen und sich verabschiedet".

Sie spreche sich gegen rechtsextreme Ideologie aus, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa . "Ich habe keine Verbindung in seinen Freundeskreis und diese Szene gehabt und lehne das absolut ab." Berichte, wonach sie auf Bildern bei einer Demonstration 2009 in Malchow zu sehen sein soll, wies Drygalla zurück: "Das bin ich nicht, das kann ich ganz klar sagen. Ich empfinde das als unfair und ungerechtfertigt."

Drygalla war von den Olympischen Spielen in London vorzeitig abgereist . Die Entscheidung sei von ihr ausgegangen und nicht von der Leitung des deutschen Olympia-Teams. "Mir geht es nicht gut, die letzten Tage waren ziemlich anstrengend und ziemlich überraschend."

Drygalla dachte an Trennung

Ihr war die Beziehung zu Fischer zum Vorwurf gemacht worden . Dieser war als Neonazi in Rostock aktiv , als führender Kopf der Kameradschaft NS  Rostock . Zudem kandidierte er im vergangenen Jahr für die rechtsextreme NPD bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern .

Wegen der politischen Orientierung ihres Freundes habe sie zeitweise auch an eine Trennung gedacht. "Ich bin froh, dass ich vor den Olympischen Spielen noch einmal klar gesagt habe, dass es so nicht weiter laufen kann."

Sie will Leistungssportlerin bleiben

Drygalla will ihre Karriere als Ruderin fortsetzen. "Natürlich möchte ich mit dem Sport weitermachen." Sie plane zunächst eine Pause, Anfang September wolle sie wieder mit dem Training beginnen. Nach den Sommerspielen in London wolle sie mit dem Deutschen Ruderverband sprechen.

Im vergangenen Jahr war sie freiwillig aus dem Polizeidienst ausgetreten. Es habe Gespräche mit ihren Vorgesetzten gegeben, "in denen auch die Beziehung thematisiert und an meiner Loyalität gegenüber dem Polizeidienst gezweifelt wurde. Ich bin selber zu der Erkenntnis gelangt, dass es dort Konflikte gibt", sagte Drygalla.

Nach Angaben von Oliver Palme, Sprecher des Deutschen Ruderverbandes, liegt ein Antrag auf Eintritt als Soldatin in die Sportfördergruppe der Bundeswehr zum 1. September derzeit "auf Eis".