Die Olympiasiegerin im Kugelstoßen , Nadeschda Ostaptschuk, muss ihre Goldmedaille wegen eines Dopingverstoßes zurückgeben. Wie das Internationale Olympische Komitee ( IOC ) am Tag nach der Schlussfeier in London mitteilte, wird die Weißrussin disqualifiziert.

Ostaptschuk habe am 5. und 6. August eine Urinprobe abgegeben, darin sei das verbotene anabole Steroid Methenelon gefunden worden. Am 6. August war ihr Wettkampf. Methenelon war früher vor allem in Bodybuilderkreisen verbreitet und kann hat bei Frauen Nebenwirkungen wie Akne, Bartwuchs und Stimmvertiefung haben.

Ostaptschuk hatte den Wettkampf mit 21,36 Metern vor der Neuseeländerin Valerie Adams gewonnen. Adams wurde nun vom IOC zur Siegerin erklärt. Silber geht jetzt an die Russin Jewgenia Kolodko, Bronze an die Chinesin Lijiao Gong.

Neun gedopte Sportler während der Sommerspiele

Ostaptschuk war in Peking 2008 Olympia-Dritte, 2005 Weltmeisterin in Helsinki , 2011 in Daegu/ Südkorea Vize-Weltmeisterin sowie 2010 Europameisterin. 2010 und 2011 war sie als beste Leichtathletin in Weißrussland ausgezeichnet worden.

Die Kugelstoßerin ist die erste Sportlerin der Londoner Spiele, die ihre Goldmedaille zurückgeben muss. Das Nationale Olympische Komitee Weißrusslands wurde aufgefordert, Medaille, Urkunde und Gold-Anstecker der Sportlerin schnellstmöglichst an das IOC zurückzugeben. Das IOC führte in London nach eigenen Angaben die Rekordzahl von etwa 5.000 Dopingtests durch, davon waren 3.800 Urin- und 1.200 Bluttests. Ostaptschuk ist die neunte Sportlerin, die erwischt wurde. 25 Millionen Euro kostete das IOC das Testprogramm und das Analyselabor. 117 Athleten waren schon zwischen April und dem Olympia-Start positiv getestet und aus dem Verkehr gezogen.