Der Brite Andy Murray hat bei den Olympischen Spielen in London die Goldmedaille im Tennis gewonnen. Im Einzel-Finale in Wimbledon schlug er den Weltranglistenersten Roger Federer mit 6:2, 6:1 und 6:4. Damit nahm Murray Revanche für die Niederlage im Wimbledon-Endspiel vier Wochen zuvor.

Die Goldmedaille ist der erste große Titel in der Karriere des Schotten. Nach gerade einmal 1:56 Stunden verwandelte er seinen ersten Matchball mit einem Ass. "Unglaublich! Ich habe ein paar schwere Niederlagen kassiert in meiner Karriere. Das war der beste Weg, nach Wimbledon zurückzukommen", sagte Murray.

Federer muss dagegen weiter auf sein erstes Einzel-Gold bei Olympia warten. Vor vier Jahren hatte der Schweizer in Peking zusammen mit seinem Landsmann Stanislas Wawrinka den olympischen Wettbewerb im Doppel gewonnen.

"Andy war heute viel besser als ich, er verdient den Sieg sehr, ich freue mich für ihn", sagte Federer der BBC . "Ich bin dennoch glücklich, es ist ein großer Tag auch für mich." Er sei gut vorbereitet nach London gekommen. "Ich hätte gerne Gold gewonnen."

"Andy, Andy"-Sprechchöre

In dem olympischen Finale spielte sich Murray schnell in einen Rausch. Er ließ Federer mit Tennis der Extraklasse nicht den Hauch einer Chance. Angetrieben von 15.000 Zuschauern musste der Schotte zunächst eine Schrecksekunde überstehen. Gleich im ersten Spiel kam Federer zu zwei Breakchancen, die Murray aber abwehren konnte.

Danach war der viermalige Grand-Slam-Finalist nicht mehr aufzuhalten. Zum 4:2 nahm er Federer zum ersten Mal das Service ab. "Andy, Andy"-Sprechchöre hallten über die Anlage.