Der Chemie- und Physiklehrer Norbert Wilms beschäftigte sich nach der Tschernobyl-Katastrophe 1986 intensiv mit Solarenergie. An seiner Schule, der Max-Beckmann-Oberschule in Berlin , gründete der heute 63-Jährige die Solartec-AG, in der er mit seinen Schülern Solarboote baute. Später hatte Wilms die Idee eines Wettbewerbs. Im Jahr 1988 fuhren auf einem See in Berlin die ersten zwei Solarboote im Wettbewerb – eins für Lehrer und eins für Schüler.

Inzwischen gab es bundesweit in zehn Städten Turniere. Auch in der Schweiz , in Italien , Frankreich , Luxemburg und den Niederlanden wurden Rennen organisiert. Am Samstag, dem 4. August 2012, fand auf dem Tegeler See in Berlin der 25. Berliner Solarbootcup statt. Hier wurden die Deutsche Meisterschaft und gleichzeitig die Europameisterschaft entschieden.

Eine Solarboot-Meisterschaft besteht aus drei Disziplinen: Die Langstrecke mit etwa 30 Kilometern, dem Sprint und dem Slalom mit je 500 Metern. Punkte werden wie einst in der Formel 1 nach den Platzierungen vergeben. Zudem werden die gefahrenen Kilometer gewertet, da die Boote häufig nicht die vorgegebene Rundenzahl in der Maximalzeit schaffen.

Seine Energie richtig einzuteilen, ist eine Kunst, um die es beim Solarbootrennen geht. Jedes Boot ist mit Solarflächen und einem voll aufgeladenen Akku ausgestattet. Dieser darf während des ganzen Turniers nicht ausgetauscht werden. Wer in der Disziplin Langstrecke die Batterie schon leer fährt, muss hoffen, dass er sie in der Pause durch die Sonne zumindest etwas aufladen kann. Sonst fehlt die Power für Slalom und Sprint.

Alle Boote, die beim Solarbootcup mitfahren, sind Marke Eigenbau. Der Rumpf, Batterien und die Motoren werden gekauft, die Solarflächen und die Elektronik dann selbst montiert. Die deutschen Meisterschaften gewann in Berlin Christoph Pletl in der Speedkategorie mit seinem Boot Sunrise .