Hannover 96 - 1. FC Nürnberg 4:1 (2:0)

Angeführt von Szabolcs Huszti hat Hannover 96 seine Heimstärke bewiesen. Die Mannschaft blieb durch den Sieg gegen den 1. FC Nürnberg zum 21. Mal nacheinander zu Hause ungeschlagen. Damit behauptete der Europa-League-Teilnehmer seinen dritten Tabellenplatz.

"Wir haben alle Tore hergeschenkt. Das war so ein Abend, da wäre man lieber in Nürnberg geblieben", sagte der Club-Trainer Dieter Hecking. "Es ist ein enttäuschender Auftritt gewesen, da gibt es nichts Positives rauszuziehen, Hannover brauchte nichts zu machen."

Vor 36.200 Zuschauern bereitete der einmal mehr herausragende Huszti das 1:0 von Lars Stindl vor (21.), erhöhte selbst auf 2:0 (29.) und legte Didier Ya Konan das 4:0 (63.) auf. Der Mittelfeldspieler hat damit nach vier Einsätzen in der Liga bereits zehn Scorerpunkte auf dem Konto. Nur am dritten 96-Tor von Ya Konan (52.) war er nicht beteiligt. Den Nürnbergern gelang durch Timothy Chandler einzig der Ehrentreffer (73.).

Im Spiel vor drei Tagen gegen die TSG Hoffenheim hatte Mirko Slomka bei seinem Team noch "Herz, Leidenschaft und Biss" vermisst. Fast folgerichtig stellte der Coach seine Startelf nominell auf insgesamt vier Positionen um. So kehrte Huszti ebenso wie der von muskulären Problemen genesene Leon Andreasen in die Anfangsformation zurück. Im Angriff ersetzte Ya Konan den verletzten Artur Sobiech.

Zu Beginn der Partie tat sich Hannover schwer. Die Bemühungen verpufften wirkungslos, hinzu kam ein früher Schock: Andreasen, der nach einer rund 28-monatigen Verletzungspause erst zu Saisonstart in den Kader zurückgekehrt war, zog sich ohne Einwirkung eines Gegners eine neuerliche Blessur zu und musste ausgewechselt werden (10.).

Hannover verkraftete den Schrecken jedoch schnell. Stindl schloss den bis dahin besten Angriff des Spiels nach einem Pass von Huszti erfolgreich ab. Der Ungar wollte es dabei nicht bewenden lassen. Nur acht Minuten später nutzte er einen haarsträubenden Fehler von Nürnbergs Per Nilsson, stürmte allein auf Raphael Schäfer zu und überwand den Gäste-Keeper mit einem gekonnten Außenristschuss.

Hannover kontrollierte die Partie nun ohne große Mühe und stimmte wohl auch Slomka wieder versöhnlich. Nürnberg fehlten schlicht die Mittel, den Gastgeber in Bedrängnis zu bringen. Bis zur Pause spielte sich der FCN keine wirkliche Chance mehr heraus.

Nach dem Seitenwechsel verstärkte Dieter Hecking durch die Hereinnahmen von Sebastian Polter und Timo Gebhart die Nürnberger Offensive. Den Nachweis ihrer Auswärtsstärke, die zuletzt saisonübergreifend zu vier Siegen auf fremdem Platz in Folge geführt hatte, blieben die Franken schuldig.

Stattdessen leistete sich Nilsson den zweiten groben Schnitzer und verlor den Ball leichtfertig an Ya Konan, der sich die Chance nicht entgehen ließ und zum 3:0 traf. Kurz darauf ließ er das 4:0 folgen. Chandlers Tor hatte nur noch statistischen Wert.

Hannover 96: Zieler – Cherundolo, Eggimann, Haggui, Rausch – Stindl, Andreasen (10. Schmiedebach), da Silva Pinto, Huszti – Schlaudraff (68. Abdellaoue), Ya Konan (82. Diouf)

FC Nürnberg: Schäfer – Chandler, Nilsson (57. Feulner), Klose, Pinola – Balitsch, Simons – Mak (46. Gebhart), Kiyotake, Esswein (46. Polter) – Pekhart

Schiedsrichter: Siebert (Berlin)

Zuschauer: 36.200

Tore: 1:0 Stindl (21.), 2:0 Huszti (29.), 3:0 Ya Konan (52.), 4:0 Ya Konan (64.), 4:1 Chandler (73.)

Gelbe Karten: Haggui (2), Schmiedebach (1), Ya Konan (1) / Gebhart (1), Nilsson (1), Pinola (2)