Deutschland – Färöer3:0 (1:0)

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat den ersten von zehn Schritten zur WM 2014 mit einem mühevollen, glanzlosen Sieg geschafft. Die Mittelfeldspieler Mario Götze (28. Minute) und Mesut Özil (54., 72.) erzielten die Tore in einer Partie, die als Aufbauprogramm und zum Einspielen zur sicher deutlich schwereren Aufgabe am Dienstag in Wien gegen Österreich diente.

Im zweiten Spiel nach dem Ausscheiden im EM-Halbfinale gegen Italien überraschte Nationaltrainer Joachim Löw erneut mit der Aufstellung – allerdings nicht ganz freiwillig. Mit Per Mertesacker, Mats Hummels und Holger Badstuber standen alle drei Innenverteidiger in der Anfangsformation. Der Münchner Badstuber wurde wie bei den ersten Spielen der WM 2010 auf die linke Außenseite verschoben, weil sich der dort vorgesehene Dortmunder Marcel Schmelzer im Abschlusstraining eine Fußprellung zugezogen hatte. Bei der zweiten defensiven Position im Mittelfeld neben Sami Khedira entschied sich Löw für Götze. Der Dortmunder hatte auf dieser Position schon einmal vor der EM beim 3:5 in der Schweiz gespielt und durfte die Rolle sehr offensiv interpretieren.

Zum Helden des Abends wurde jedoch Färöer-Torwart Gunnar Nielsen. Der 25-Jährige gehört dem erweiterten Kader von Manchester City an, beim englischen Meister wurde er allerdings bisher nur ein einziges Mal eingewechselt. Gegen Deutschland trumpfte Nielsen aber groß auf:  Miroslav Klose , Marco Reus, Thomas Müller , Mesut Özil – sie alle bissen sich die Zähne an dem Keeper aus. "Wir belohnen uns nicht, wir brauchen zu viele Chancen, um Tore zu erzielen", hatte Löw nach der EM analysiert. Genau wie beim Test vor drei Wochen gegen Argentinien trat dieses Manko auch gegen Färöer wieder zutage.

Götzes Tor erlöst die Nationalmannschaft

Götzes Treffer zum 1:0 nach einem Solo und einem Flachschuss gegen den Innenpfosten wurde so tatsächlich zu einer Befreiung. Nielsen wurde durch das technisch perfekte Götze-Tor endlich einmal auf dem falschen Fuß erwischt. Danach spielte Deutschland solide, erfüllte Löws Aufgaben gut: Frühes Stören schon im letzten Drittel vor des Gegners Tor, aggressives Pressing für eine schnelle Balleroberung. So fiel nach einem sehr schnellen Angriffszug das 2:0, als Özil eine Flanke von Müller direkt verwandelte.

Aber die Färinger, 154. der Weltrangliste, die sich auch vor der EM 2004 in zwei Qualifikationsspielen gegen den damaligen Vize-Weltmeister Deutschland mit einem 0:2 und einem 1:2 achtbar aus der Affäre gezogen hatten, kennen die Bedrängnis praktisch aus vielen Länderspielen. "Wir wollen uns so teuer verkaufen, wie es geht", hatte Trainer Lars Olsen, ein Däne, gesagt. Seine Mannschaft befolgte diese Vorgabe gut, bis zum Schluss versuchten die Spieler mitzuhalten.

Für Deutschland stehen neben dem Rückspiel auf den Färöer-Inseln nun je zwei Partien in der Gruppe C gegen Irland, Schweden, Kasachstan und Österreich bevor. Nur der Gruppensieger qualifiziert sich direkt für die WM. Den zweiten Schritt Richtung Brasilien wollen die Spieler von Löw am Dienstag gegen Österreich machen.

Deutschland:  Neuer – Lahm, Mertesackeer, M. Hummels, Badstuber – S. Khedira – T. Müller (68. Schürrle), Özil, Götze (87. Draxler), Reus – M. Klose (75. Podolski)

Färöer: Nielsen – Naes, Baldvinsson, Faerö, Justinussen – Hansson – Holst, Benjaminsen – Samuelson (65. Elttör), Udsen (46. S. Olsen) – Edmundsson (85. K. Olsen)

Schiedsrichter: Madden (Schottland)

Gelbe Karten:  Lahm / Baldvinsson

Tore: 1:0 Götze (28.), 2:0 Özil (54.), 3:0 Özil (71.)