Wer spielte wie gegen wen?

Bayern München – VfB Stuttgart 6:1
VfL Wolfsburg – Hannover 96 0:4
Fortuna Düsseldorf – Borussia M´gladbach 0:0
Werder Bremen – Hamburger SV 2:0
Bayer Leverkusen – SC Freiburg 2:0
TSG Hoffenheim – Eintracht Frankfurt 0:4
Schalke 04 – FC Augsburg 3:1
1. FC Nürnberg – Borussia Dortmund 1:1
FSV Mainz 05 – Greuther Fürth 0:1

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Das Nordderby Bremen gegen Hamburg , weil dort einer der merkwürdigsten Spieler der Bundesliga wieder einen seiner merkwürdigen Tage erwischt hatte. Bremens Aaron Hunt spielen zu sehen ist stets ein wenig wie die Schachtel Pralinen, von denen die Mutter des großen amerikanischen Philosophen Forrest Gump immer erzählte: Man weiß nie, was man kriegt. Mal umdribbelt er komplette Hintermannschaften oder findet mit seinen Pässen Löcher, die sich erst im Nachhinein auftun. Mal lässt er sich in Zweikämpfen sogar von den Balljungen übertölpeln oder verlagert das Spiel mit langen Bällen geschickt ins Seitenaus. Auf die Spitze trieb Hunt das Spielchen gegen Hamburg. Erst versemmelte er einen Elfmeter und spielte Fehlpässe, für die ihn so mancher Landesliga-Coach umgehend ausgewechselt hätte. Später verwandelte er einen Elfmeter und steckte im Stil großer Bremer Durchstecker wie Micoud oder Özil zu Petersens 2:0 durch. Weil seine Mitspieler Marko Arnautovic und Eljero Elia , ja irgendwie vielleicht sogar der ganze Verein, einen ähnlichen Hang zur Unbeständigkeit haben, dürfte es ein spannendes Jahr werden an der Weser. Da ist viel möglich, im Guten wie im Schlechten. Eine Ausgangssituation immerhin, die Werder seinem fußballkomatösen Rivalen aus dem Norden voraushat.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Wahrscheinlich sind die Chefs von DFL und DFB schlauer, als mancher denkt. Wie sonst ist es zu erklären, dass sie ausgerechnet für jenes Spiel einen Teilausschluss der Zuschauer beschlossen, dass das langweiligste des Spieltags war? Wegen des vorzeitigen Zuschauerergusses im Relegationsspiel gegen die Hertha im Juni , durften nur 30.000 statt 56.000 Zuschauer das rheinische Derby zwischen Fortuna Düsseldorf und Borussia Mönchengladbach anschauen. Viel verpasst haben sie beim bislang einzigen 0:0 dieser Spielzeit nicht. Die Gladbacher, denen noch der ein oder andere ukrainische Champions-League-Qualifikation sgrashalm am Schienbeinschoner klebte, mühten sich zwar, doch vor allem die Neuen – Granit Xhaka, Tolga Cigerci und Luuk de Jong – laufen noch immer etwas desorientiert über den Platz. Und die Düsseldorfer machten, was sie wohl auch in den kommenden 32 Spielen machen werden: ausdauernd den Platz umpflügen, angeführt vom Chef-Ackerer Axel Bellinghausen. Ein Name, der nach Männerschweiß, Mistgabel und Frühaufstehen klingt. Den Düsseldorfer Fans ist dieser eher simple fußballerische Ansatz egal, sie feierten ihre Mannschaft nach dem 0:0, als wären sie soeben in die Bundesliga aufgestiegen. Na ja fast, dafür waren dann doch zu wenig Leute auf dem Platz.

Wer stand im Blickpunkt?

Es gibt nicht wenige, die sagen, die 40 Millionen Euro, die der FC Bayern in dieser Woche für einen so gut wie unbekannten, seit gestern 24-jährigen Basken ausgab, seien vor allem Protzerei. Ein kräftiges Aufdiebrusttrommeln gegenüber den anderen großen Vereinen Europas. Seht her, auch wir können Geld ausgeben, selbst wenn wir gar nicht müssen! Was der FC Bayern nämlich auf der Martínez-Position zu bieten hat, zeigte er beim 6:1 gegen Stuttgart auf beeindruckende Weise. In einem Sinn hat sich die Martínez-Verpflichtung schon jetzt gelohnt: Seine Konkurrenten spielten so gut wie lange nicht. Luiz Gustavo machte wahrscheinlich sein bestes Spiel im Bayern-Trikot, krönte seine Leistung mit einem satten Hieb aus 25 Metern zum 3:1. Bastian Schweinsteiger fing wieder an, Zweikämpfe zu gewinnen und köpfte das 6:1. Etwas weiter vorne glänzte Toni Kroos und traf, es war das 2:1. Der teure Mann selbst kam dann eine Viertelstunde vor Schluss, seine Mitspieler steckten ihm oft höflich den Ball zu. Am Ende fiel Martínez aber vor allem dadurch auf, dass er das Spiel, das zu dieser Zeit bereits Siesta-Tempo hatte, nur noch mehr verschleppte. Javier Martínez könnte so etwas wie die Finca auf Mallorca sein: nice to have , aber allzu oft ist man dann doch nicht da.