Der Dopingskandal um Lance Armstrong hat Folgen: Der ehemalige Radprofi Matt White hat die Einnahme von verbotenen Mitteln gestanden. Zudem trat er von seinem Posten als Sportdirektor des Rad-Teams GreenEdge zurück. Er reagierte damit auf Enthüllungen über systematisches Doping im Umfeld Armstrongs, zu dem auch White lange gehörte.

"Ich muss leider mitteilen, dass ich in einem Team war, dessen Strategie teilweise in der Einnahme von Doping bestand. Und auch ich war darin beteiligt", heißt es in einer Mitteilung des Australiers, der wie Armstrong lange Zeit für US-Postal fuhr. Er bitte seine Fans, die Medien, seine Familie und Freunde um Verzeihung. Auch bei früheren Gegnern, die bewusst auf Doping verzichteten, entschuldigte er sich.

Bereits am Freitagabend hatte sich das Team RadioShack-Nissan vom belgischen Teamchef Johan Bruyneel getrennt, dem wichtigsten Wegbegleiter von Armstrong auf dem Weg zu seinen sieben Tour-de-France-Siegen.

Armstrong bestreitet weiterhin

Zuvor hatte die amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA umfangreiche Beweise für jahrelangen Doping-Gebrauch von Armstrong und seinen Rennställen vorgelegt. Eine Reihe ehemaliger Teamkollegen trat als Zeuge gegen ihn auf. Armstrong selbst hat Doping bislang stets bestritten.

Floyd Landis , einer der Kronzeugen im Verfahren gegen Armstrong, hatte White als einen der US-Postal-Fahrer genannt, die mit Hilfe des Blutdopingmittels EPO und durch Testosteron ihre Leistung steigerten. Das Team GreenEdge begrüßte Whites Rücktritt: "Wir hoffen auf eine schnelle und klare Lösung dieses Falls und warten auf die Entscheidung der zuständigen Behörden."

Bruyneel hingegen war offenbar nicht ganz freiwillig gegangen, auch wenn er selbst von einem Schritt im "beiderseitigen Einvernehmen" sprach. Der öffentliche Druck auf RadioShack war immens geworden. Top-Fahrer Fabian Cancellara erwog, nie wieder unter Bruyneel zu fahren.