Stuttgart glänzt gegen Hamburg – Seite 1

Hamburger SV - VfB Stuttgart 0:1 (0:1)

Der Hamburger SV hat den Sprung in die obere Tabellenregion der Fußball-Bundesliga verpasst. Ausgerechnet gegen den kriselnden VfB Stuttgart verloren die zuletzt starken Hamburger mit 0:1 und kassierten damit die erste Niederlage nach vier Spielen. Dem HSV fehlten die Ideen. Vedad Ibisevic verteidigte mit seinem Siegtreffer in der 30. Minute seinen Ruf als VfB-Torjäger und beendete damit vorerst alle Trainer-Diskussionen bei den Stuttgartern.

Der HSV bleibt nach acht Spieltagen als Zehnter nur Mittelmaß. Dem VfB Stuttgart gelang mit dem zweiten Auswärtserfolg nacheinander der Sprung auf Rang zwölf.

Vor dem Spiel sah es noch gut aus für den HSV-Trainer Thomas Fink. Der kaum zu ersetzende van der Vaart fühlte sich nach Adduktorenproblemen fit, und auch Milan Badelj stand trotz eines Sehnenanrisses im Sprunggelenk zur Verfügung. Doch von den beiden war nichts zu sehen.

Die Stuttgarter störten geschickt den Aufbau von HSV-Spielmacher van der Vaart. Die Folge: Dem Hamburger Spiel fehlte Struktur. Der Stürmer Artjoms Rudnevs hing in der Luft, Heung-Min Son blieb harmlos. So war der Lattenschuss von Badelj kurz vor dem Wechsel die einzige wirkliche Chance der Hamburger, der anschließende Kopfball von Rudnevs wurde wegen Abseits zurecht nicht anerkannt.

Ganz anders die Stuttgarter. Die Gäste waren selbstsicher, zielstrebig und gefährlich – der VfB überraschte. Von Verunsicherung wegen der in den Medien geführten Diskussion um Trainer Labbadia war bei den Spielern nichts zu spüren. Vor allem William Kvist, der van der Vaart ausschaltete, Christian Gentner im Mittelfeld sowie Martin Harnik und Ibisevic im Angriff trieben den VfB an.

So erspielten die Stuttgarter reihenweise Torchancen. Die beiden besten vergaben Harnik und Ibisevic: Der Österreicher scheiterte schon nach drei Minuten am wieder starken HSV-Torwart Rene Adler, der Bosnier Ibisevic verzog in der 15. Minute aus zwölf Metern. Nach einer halben Stunde führte dann eine Kombination von Harnik und Ibisevic zum Führungstreffer. Ohne den überzeugenden HSV-Kapitän und Abwehrchef Heiko Westermann sowie Keeper Adler hätte es schon vor der Pause bitter ausgesehen für die Hamburger.

Nach der Pause versuchten die Gastgeber den Ausgleich. Trainer Fink brachte Offensivkraft Maximilian Beister für den schwachen Petr Jiracek. Später folgte noch Marcus Berg. Doch van der Vaart schaffte es weiter nicht, das Spiel unter Kontrolle zu bekommen. So blieben die HSV-Chancen gegen die gut organisierte VfB-Defensive aus. In der 65. Minute hatten die Hamburger sogar noch Glück, als Raphael Holzhauser nach feiner Einzelleistung um Zentimeter das Tor verfehlte.

Und der HSV? In der 73. Minute fiel van der Vaart erstmals auf, doch Stuttgarts Torwart Sven Ulreich parierte. Als Son in der 81. Minute verzog, ging nicht mehr viel.

Hamburger SV: Adler - Diekmeier, Mancienne, Westermann, Jansen - Badelj (74. Berg), Arslan - Son (85. Scharner), van der Vaart, Jiracek (46. Beister) - Rudnevs

VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Niedermeier, Boka (45.+1 Molinaro) - Kvist, Gentner - Harnik, Holzhauser (80. Hajnal), Traoré (87. Maza) - Ibisevic

Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden)

Zuschauer: 53.121

Tor: 0:1 Ibisevic (30.)

Gelbe Karten: - / Holzhauser (1), Ibisevic (1)

Beste Spieler: Adler, Westermann / Harnik, Gentner

1. FC Nürnberg - FC Augsburg

1. FC Nürnberg - FC Augsburg 0:0 (0:0)

Dem 1. FC Nürnberg ist es nicht gelungen, seine Niederlagenserie zu beenden. Gegen den FC Augsburg reichte es lediglich zu einem torlosen Unentschieden. Nach vier Niederlagen in Serie gelang den Franken zwar wieder ein Punktgewinn, gegen Augsburg hatte sich das Team von Trainer Dieter Hecking aber deutlich mehr vorgenommen. Schließlich liegt der letzte Pflichtspielsieg der Augsburger gegen Nürnberg fast 36 Jahre zurück.

Die Nürnberger begannen das Spiel mit viel Energie. Vor allem die für Sebastian Polter und Robert Mak ins Team gerückten Mike Frantz und Timo Gebhart sorgten in den Anfangsminuten für gute Chancen. Gebhart verpasste den Führungstreffer jedoch, als er in der 3. Minute nur knapp an dem Pass von Frantz vorbei rutschte.

Das Team versuchte es immer wieder über die rechte Seite, agierte in Strafraumnähe aber meist zu umständlich und kam schnell aus dem Tritt. So ließen die Nürnberger schon früh erahnen, warum sie am längsten (sechs Partien) von allen Bundesligateams nicht mehr zu Null gespielt hatten. Der Augsburger Kevin Vogt konnte die Unordnung im Strafraum der Nürnberger allerdings nicht nutzen und schoss aus sechs Metern über das Tor (5.).

Markus Weinzierl, Trainer der Augsburger, hatte zwar angekündigt: "Am liebsten wollen wir nach dem Spieltag in der Tabelle die zweitbeste bayerische Mannschaft sein", die Augsburger schienen sich aber erst Mitte der ersten Halbzeit an dieses Ziel zu erinnern. Mit ihrem gewohnt laufbetonten Spiel erarbeiteten sie sich gelegentliche Torgelegenheiten, scheiterten aber jedes Mal.

So auch Knowledge Musona, der mit seinem Schuss aus 14 Metern (31.) nicht an Torwart Raphael Schäfer vorbei kam. Der 22-jährige Stürmer aus Simbabwe zählte zu einem der wenigen Aktivposten bei Augsburg und bereitete Javier Pinola ein ums andere Mal Probleme.

Aber auch die Nürnberger kamen nicht zum Zug. Hanno Balitsch verpasste Sekunden von dem Pausenpfiff die Führung, als er den Ball im Strafraum nicht richtig traf und dem für Simon Jentzsch spielenden Mohamed Amsif in die Arme schoss. So blieb es bis zur Pause eine zerfahrene Partie mit wenig Höhepunkten.

Auf der Nürnberger Seite kam Verletzungspech hinzu. Nach dem Seitenwechsel musste Kapitän Schäfer in der Kabine bleiben und wurde durch den 19-jährigen Patrick Rakovsky ersetzt. Dennoch begann Nürnberg – ähnlich wie in der ersten Hälfte – überlegen und erkämpfte sich Chancen. Gebhart scheiterte aber in der 50. und der 52. Minute gleich doppelt. Auch Hiroshi Kiyotake konnte seine Gelegenheit (55.) nicht nutzen.

Die bis dahin beste Tormöglichkeit hatten dagegen die Augsburger. In der 62. Minute konnte Rakovsky den Ball nach einer Ecke nicht festhalten. Seine Vorderleute ließen ihn aber nicht im Stich. Gleich mehrere Nürnberger warfen sich in die Schüsse von Torsten Oehrl und Tobias Werner. Fortan zeigte Augsburg, warum die bayerischen Schwaben vor der Länderspielpause Werder Bremen geschlagen hatten und prüften Rakovsky gleich mehrmals (67., 68.). Letztlich blieb es bei einem tristen Null zu Null.

1. FC Nürnberg: Schäfer - Chandler, Klose, Nilsson, Pinola - Balitsch, Simons - Gebhart, Kiyotake, Frantz - Pekhart

FC Augsburg: Amsif - Verhaegh, Langkamp, Klavan, de Jong - Vogt, Baier - Musona, Oehrl, Werner - Hain

Schiedsrichter: Stark (Ergolding)

Zuschauer: 40.171

Gelbe Karten: Pekhart (1), Pinola (4), Simons (2) / Bancé (2), Langkamp (1), Vogt (3)

Beste Spieler: Gebhart / Musona

Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach

Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach 4:0 (2:0)

Zwei Wochen nach dem blamablen 1:3 in Augsburg hat sich Werder Bremen eindrucksvoll zurückgemeldet. Damit konnte die Elf von Trainer Lucien Favre keines der letzten 22 Bundesliga-Spiele in Bremen gewinnen. Länger wartet kein Bundesligist auf einen Erfolg bei einem Konkurrenten.

Im ausverkauften Weserstadion begann Lukas Schmitz für den verletzten Clemens Fritz und prüfte Gladbachs Torhüter Marc-André ter Stegen schon nach eineinhalb Minuten mit einer Flanke von der linken Außenbahn. Für Sebastian Prödl stand Assani Lukimya in der Startelf. 

Zwar begannen die Bremer offensiv, brauchten aber bis zur 37. Minute, um mit einem Kopfball von Nils Petersen in Führung zu gehen. Im Selbstbewusstsein gestärkt, versuchte sich auch Zlatko Junuzovic (40.) mit einem Solo im Strafraum, wurde aber von ter Stegen gestoppt. Kurz vor dem Pausenpfiff spielte Aaron Hunt bei einem schnellen Konter einen Pass in die Spitze, Marko Arnautovic spielte den Ball über den herauslaufenden ter Stegen ins Tor (45.).

Die Gäste begannen wie beim 2:0 gegen Eintracht Frankfurt mit Lukas Rupp auf rechts. Doch in der ersten Viertelstunde war von Mönchengladbach keine Bemühungen in der gegnerischen Hälfte zu sehen. Nach 18 Minuten gab Granit Xhaka lediglich einen Warnschuss auf das von Sebastian Mielitz gehütete Tor ab.

Gefährlich wurde die Fohlen-Elf durch eine Ecke von Juan Arango und einer Volley-Abnahme von Nordtveit gegen die Latte. Mielitz war zur Stelle, als Arango (57.) sich noch einmal gegen die drohende Niederlage zu stemmen versuchte. Sehr verunsichert gab sich die Gladbacher Defensive, als Arnautovic unbedrängt auf den gerade eingewechselten und ungedeckten Niklas Füllkrug passen konnte, der das 3:0 schoss (76.). Kurz vor Schluss setzte Zlatko Junuzovic dann mit einem Rechtsschuss den Schlusspunkt (86.).

Werder Bremen: Mielitz - Gebre Selassie, Lukimya, Sokratis, Schmitz - Junuzovic - de Bruyne, Hunt (82. Bargfrede) - Arnautovic (84. Ekici), Petersen, Elia (74. Füllkrug)

Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Daems - Marx, Nordtveit - Rupp (46. Herrmann), Xhaka (62. Hrgota), Arango (74. Hanke) - de Jong

Schiedsrichter: Perl (Pullach)

Zuschauer: 42.100 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Petersen (37.), 2:0 Arnautovic (45.), 3:0 Füllkrug (76.), 4:0 Junuzovic (86.)

Gelbe Karten: de Bruyne (1) / Jantschke (2), Nordtveit (2)

Beste Spieler: Arnautovic, Hunt, Junuzovic / Nordtveit 

Borussia Dortmund – FC Schalke 04

Borussia Dortmund – FC Schalke 04: 1:2 (0:1)

Borussia Dortmund hat im Kampf um die Titelverteidigung einen weiteren Rückschlag erlitten. Ausgerechnet im prestigeträchtigen Revierderby gegen den FC Schalke 04 ging die 17 Spiele währende Serie des deutschen Fußballmeisters ohne Heimniederlage zu Ende. Nach dem 1:2 (0:1) gegen den Erzrivalen wuchs der Rückstand zu Tabellenführer FC Bayern München auf fast uneinholbare zwölf Punkte an.

Vier Tage vor dem Champions-League-Hit der Borussia gegen Real Madrid sorgten der Schalker Neuzugang Ibrahim Afellay (14. Minute) und Marco Höger (48.) beim BVB für Ernüchterung. Dagegen werteten die Gäste ihren ersten Erfolg über Dortmund seit 2010 als Mutmacher für die Partie in der Europa League am Mittwoch beim FC Arsenal. Daran konnte auch der Anschlusstreffer von Robert Lewandowski (55.) nichts ändern.

Nur selten in seiner Dortmunder Amtszeit war Coach Jürgen Klopp zu mehr Umstellungen gezwungen. In Mario Götze, Jakub Blaszczykowski, Ilkay Gündogan und Marcel Schmelzer fehlten gleich vier Stammspieler verletzungsbedingt. Die aus diesem Grund völlig veränderte taktische Ausrichtung mit Sven Bender als Innen- und Neven Subotic als Außenverteidiger bereitete der Borussia von Beginn an Probleme. Das gewagte Experiment mit einer Dreier-Abwehrkette stiftete Verwirrung in der BVB-Deckung, die Schalke zur frühen Führung nutzte. Eine verunglückte Kopfballabwehr von Bender beförderte Neuzugang Afellay mit einem Volleyschuss aus 14 Metern ins Tor.

Das 0:1 hinterließ beim Meister sichtbar Wirkung. Kurzerhand stellte Klopp sein Spielsystem wieder auf eine Vierer-Abwehrkette um. Der gewünschte Effekt blieb jedoch aus: Anders als in den vergangenen vier Derbys bestimmte der FC Schalke das Geschehen. Vor allem die BVB-Offensive blieb ungewohnt harmlos. Bis auf einen Schuss von Marco Reus, den Schalke-Keeper Lars Unnerstall problemlos parierte, war lange Zeit keine Torgefahr erkennbar. Immerhin erwies sich die BVB-Defensive bis zur Pause stabiler als in den ersten Spielminuten.

Hoffnungen der Dortmunder auf eine Trendwende in der zweiten Halbzeit erwiesen sich als Wunschdenken. Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff schlug Schalke mit einem Konter zu. Nach Zuspiel von Lewis Holtby tauchte Höger allein vor Roman Weidenfeller auf und ließ dem BVB-Keeper keine Chance. Damit schien die erste Heimniederlage der Borussia seit dem 10. September 2011 gegen Hertha BSC besiegelt. Ein Kopfball von Lewandowski nach Freistoß von Reus brachte die Klopp-Schützlinge zurück ins Spiel. In der hektischen Schlussphase retteten die Königsblauen den Vorsprung über die Zeit und waren dem Ausbau der Führung näher als die Dortmunder dem Ausgleich.

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Subotic, Bender, Hummels - Piszczek, Kehl (55. Bittencourt), Großkreutz - Leitner (89. Felipe Santana), Perisic (52. Schieber) - Lewandowski, Reus

FC Schalke 04: Unnerstall - Uchida, Höwedes, Matip, Fuchs - Höger (79. Jones), Neustädter - Farfán (70. Barnetta), Holtby (86. Moritz), Afellay - Huntelaar

Schiedsrichter: Brych (München)

Zuschauer: 80.645 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Afellay (14.), 0:2 Höger (48.), 1:2 Lewandowski (55.)

Gelbe Karten: Leitner (1), Schieber (1) / Fuchs (2), Höger (1), Unnerstall (1)

Beste Spieler: Weidenfeller, Hummels / Höwedes, Afellay

Fortuna Düsseldorf - Bayern München

Fortuna Düsseldorf – Bayern München: 0:5 (0:2)

Mit acht Siegen vom Start weg hat der FC Bayern München eine Rekordmarke in der Geschichte der Bundesliga aufgestellt und seine Ansprüche im Titelkampf untermauert. Der Tabellenführer gewann beim Aufsteiger Fortuna Düsseldorf mit 5:0 (2:0) und feierte damit saisonübergreifend den elften Sieg in Serie.

Mario Mandzukic (28.), Luiz Gustavo (36.), Thomas Müller (55./86.) und Rafinha (88.) erzielten die Treffer für die Bayern, die damit zum 600. Mal Tabellenführer in der Bundesliga sind. Für Jupp Heynckes war es zudem der 300. Ligasieg als Trainer.

Drei Tage vor dem wichtigen Champions-League-Auftritt beim OSC Lille hatte Heynckes anfangs noch auf einen Einsatz des genesenen David Alaba verzichtet. Auch Neuzugang Javier Martínez saß zunächst nur auf der Bank. Innenverteidiger Dante konnte nach seiner Kniestauchung auflaufen.

Wie erwartet dominierten die Bayern von Beginn an die Partie gegen den tiefstehenden Düsseldorfer Abwehrblock. Toni Kroos (5./12.) und Franck Ribéry (10.) hatten gleich drei gute Tormöglichkeiten, Fortuna-Keeper Fabian Giefer war auf dem Posten. Ein Kopfball von Bastian Schweinsteiger verfehlte das Tor nur knapp (19.).

Die Gastgeber, deren Fans vor dem Anpfiff die Ehrenmitgliedschaft der Düsseldorfer Punkbank Die Toten Hosen feierten, hatten ihren Kapitän Andreas Lambertz dabei. Der Mittelfeldspieler hatte wegen einer Zehenverletzung 14 Tage mit dem Training pausiert. Verzichten mussten die Fortunen auf Oliver Fink und Stelios Malezas, dafür standen erstmals Du-Ri Cha und Juanan in der Startformation.

Gegen die sicher kombinierenden Gäste fand die Fortuna kaum Entlastung. Nach knapp einer halben Stunde hielt sich dann auch die Defensive nicht mehr schadlos. Auf Vorlage von Ribéry erzielte Mandzukic aus kurzer Distanz die 1:0-Führung für den FC Bayern. Es war der siebte Saisontreffer des Kroaten. Düsseldorfs Torhüter Giefer verhinderte danach mit einigen Paraden einen höheren Rückstand. Nach einer Unachtsamkeit in der Deckung musste der Keeper vor der Pause doch noch das 0:2 durch Luiz Gustavo hinnehmen (36.).

Im zweiten Abschnitt wurde der Aufsteiger ein wenig mutiger und hatte erstmals Aktionen vor dem Bayern-Gehäuse, das von Manuel Neuer allerdings sicher gehütet wurde. Mit einem Doppelschlag von Müller (55./86.) sowie dem 5:0 durch Rafinha (88.) feierte der Rekordmeister am Ende noch einen Kantersieg. Zudem bleiben die Münchener damit auswärts seit 387 Minuten ohne Gegentreffer.

Fortuna Düsseldorf: Giefer - Levels (46. Bellinghausen), Juanan, Langeneke, van den Bergh - Bodzek, Lambertz - Cha , Ilsø (46. Woronin), Kruse - Schahin (82. Rafael)

Bayern München: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Badstuber - Luiz Gustavo, Schweinsteiger (82. Rafinha) - Müller, Kroos (70. Javi Martínez), Ribéry - Mandzukic (77. Alaba)

Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)

Zuschauer: 54.000 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Mandzukic (28.), 0:2 Luiz Gustavo (36.), 0:3 Müller (55.), 0:4 Müller (86.), 0:5 Rafinha (87.)

Gelbe Karten: Lambertz (1), Levels (2), van den Bergh (1) / Dante (1)

Beste Spieler: Langeneke, Giefer / Müller, Ribéry

Eintracht Frankfurt - Hannover 96

Eintracht Frankfurt – Hannover 96 3:1 (2:1)

Der erste Bayern-Verfolger heißt weiter Eintracht Frankfurt. Der Aufsteiger gewann auch gegen Hannover 96 mit 3:1 (2:1) und verteidigte damit den zweiten Tabellenplatz. Karim Matmour und Sebastian Jung brachten die Eintracht mit ihren Toren in der 5. und 18. Minute früh in Führung. Mohammed Abdellaoue gelang vor der Pause der Anschlusstreffer (43.). Kurz vor Schluss machte Alexander Meier (83.) für die Frankfurter aber alles klar. Von 96 kam fünf Tage vor dem Europa-League-Spiel bei Schwedens Meister Helsingborgs IF viel zu wenig.

Die Frankfurter dagegen feierten nicht nur ihren sechsten Sieg im achten Spiel, sondern schrieben dabei auch noch einige nette Geschichten. Als Stammstürmer Olivier Occean kurzfristig wegen einer Magen-Darm-Erkrankung ausfiel, entschied sich Trainer Armin Veh nicht wie sonst für Erwin Hoffer als Vertretung, sondern für den Algerier Matmour. Der 27-Jährige hatte zuvor noch nie von Beginn an in dieser Saison gespielt und fühlt sich eigentlich auch im rechten Mittelfeld wohler. Trotzdem nutzte er nach fünf Minuten eine Fehlerkette in der gegnerischen Abwehr und köpfte freistehend aus kurzer Distanz zum 1:0 ein.

Auch für den zweiten Torschützen Jung war dieser Tag etwas Besonderes: Das Eigengewächs bestritt bereits mit 22 Jahren sein 100. Pflichtspiel für die Eintracht. Sein Treffer war wunderschön herausgespielt, folgte aber auch dem Schema der ersten halben Stunde: Hannover war hinten desorganisiert und spielte nach vorne zu halbherzig. Die Frankfurter dagegen überrannten die Gäste förmlich mit ihrem schnellen, direkten und bissigen Spiel.

96-Trainer Mirko Slomka reagierte frühzeitig und brachte Artur Sobiech für Jan Schlaudraff (30.). Minute für Minute gewann der Europa-League-Teilnehmer danach mehr Spielanteile. Zunächst vergaben Abdellaoue (30./41.) und der trotz Rückenbeschwerden einsatzbereite Sergio Pinto da Silva (31.) noch die ersten zaghaften Möglichkeiten. Dann brachte der Norweger Hannover zurück ins Spiel.

Unter dem Strich enttäuschten die Gäste auch nach der Pause. Sie waren anfangs feldüberlegen, spielten aber abgesehen von einer guten Möglichkeit für Didier Ya Konan (71.) zu harmlos und umständlich. Die Eintracht bewies in dieser Phase, dass sie nicht nur Tempofußball beherrscht, sondern auch das solide Verteidigen des eigenen Tores. Spätestens ab Mitte der zweiten Halbzeit hatte Frankfurt das Spiel wieder im Griff und durch Takashi Inui (54./69.) und Stefan Aigner (67.) auch die Mehrzahl der Chancen. Das 3:1 durch Meier fiel völlig verdient.

Während bei der Eintracht die ersten Fans übermütig wurden und vom Deutschen Meister sangen, fuhren die 96-Anhänger wieder frustriert nach Hause. Langsam gewöhnen sie sich daran: Ihr Team hat saisonübergreifend nun neun der letzten zehn Auswärtsspiele verloren.

Eintracht Frankfurt: Trapp - Jung, Anderson, Zambrano, Oczipka - Schwegler, Rode - Aigner (82. Lanig), Meier, Inui (73. Celozzi) - Matmour (89. Hoffer)

Hannover 96: Zieler - Cherundolo, Eggimann, Haggui, Rausch - Stindl, da Silva Pinto (77. Pander) - Schlaudraff (30. Sobiech), Huszti - Ya Konan, Abdellaoue (64. Diouf)

Schiedsrichter: Dingert (Lebecksmühle)

Zuschauer: 50.500 Tore: 1:0 Matmour (5.), 2:0 Jung (18.), 2:1 Abdellaoue (43.), 3:1 Meier (83.)

Gelbe Karten: Schwegler (3), Zambrano (3) / Diouf (1), Huszti (1), Ya Konan (2), da Silva Pinto (2)

Beste Spieler: Jung, Meier / Huszti, Abdellaoue

Bayer Leverkusen - FSV Mainz 05

Bayer Leverkusen – FSV Mainz 05: 2:2 (1:0)

Mit dem 2:2 (1:0) gegen den FSV Mainz 05 ist Bayer Leverkusen die Generalprobe für den Europa-League-Auftritt bei Rapid Wien nur zur Hälfte gelungen. Mainz sah durch den Ungarn Adam Szalai mit seinem vierten Saisontreffer in der 58. Minute und den ehemaligen Bayer-Profi Marcel Risse (76.) schon wie der Sieger aus. Gonzalo Castro (87.) rettete Bayer den Punktestand. Stefan Kießling hatte die Werkself mit seinem fünften Saisontor (43.) in Führung gebracht.

Im Spiel des Tabellensechsten gegen die neuntplatzierten Mainzer übernahmen die Rheinländer nach zuletzt vier Partien ohne Niederlage sofort die Initiative und drängten die Gäste in deren Hälfte fest. Offensiv tat sich beim FSV zu wenig. Zwangsläufig ergaben sich Bayer-Chancen wie bei Michal Kadlecs Kopfball (10.), André Schürrles Freistoß von der Strafraumgrenze (21.) oder seine Doppel-Möglichkeit in der 27. Minute: Zunächst scheiterte der frühere Mainzer an Christian Wetklo und schoss Sekunden später im Liegen vorbei.

Ein Versuch des Österreichers Andreas Ivanschitz sorgte in der 33. Minute für Gefahr auf der Gegenseite. Zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff gelang Kießling per Kopf die verdiente Führung, allerdings tatkräftig unterstützt von Wetklo, der den Ball über die Linie brachte. Der FSV-Keeper, der zuvor schon Gelb wegen Spielverzögerung gesehen hatte, beschwerte sich bei Schiedsrichter Peter Sippel; der Ball indes war in vollem Umfang über die weiße Marke gerollt.

Der FSV, für den der Däne Bo Svensson erstmals nach seinem im Dezember 2011 erlittenen Kreuzbandriss wieder dabei war, wurde nach dem Wechsel mutiger: Ivanschitz' Zwölf-Meter-Schuss wurde von Simon Rolfes noch zur Ecke geblockt (49.). Bei Szalais überraschendem Ausgleichstreffer war Bayer-Keeper Bernd Leno ebenso machtlos wie eine Viertelstunde vor dem Abpfiff bei Risses 1:2. Für den eingewechselten Mainzer war es das erste Tor seit August 2011. Ivanschitz (86.) verschenkte Mainz' dritten Treffer. Kurz danach traf Castro.

Bayer Leverkusen: Leno - Carvajal, Wollscheid, Toprak, Kadlec - Bender (80. Hegeler), Rolfes (80. Aydin) - Bellarabi (71. Junior Fernándes), Castro - Kießling, Schürrle

FSV Mainz 05: Wetklo - Pospech, Svensson, Noveski, Júnior Díaz - Baumgartlinger - Caligiuri, Soto (79. Kirchhoff) - Ivanschitz, Heinz Müller (67. Risse) - Szalai (90.+3 Zabavnik)

Schiedsrichter: Sippel (München)

Zuschauer: 28.077

Tore: 1:0 Kießling (43.), 1:1 Szalai (58.), 1:2 Risse (76.), 2:2 Castro (87.)

Gelbe Karten: Bellarabi (1), Carvajal (2), Rolfes (2), Toprak (3) / Baumgartlinger (3), Svensson (1), Wetklo (2)

Beste Spieler: Carvajal, Kießling / Baumgartlinger, Ivanschitz

VfL Wolfsburg - SC Freiburg

VfL Wolfsburg – SC Freiburg: 0:2 (0:1)

Felix Magaths VfL Wolfsburg befindet sich in der Fußball-Bundesliga im freien Fall. Am Samstag verlor der Meister von 2009 das zuvor zum Schlüsselspiel ausgerufene Duell gegen den SC Freiburg verdient mit 0:2 (0:1). Nach der bereits dritten Heimniederlage am achten Spieltag ist der selbst ernannte Champions-League-Aspirant nun Tabellenletzter. Die Tore im 450. Bundesligaspiel erzielte für Freiburg Daniel Caligiuri (40. Minute) per Foulelfmeter und Julian Schuster (84.).

Wolfsburgs einstiger Meistercoach Magath, der zuvor "Ohne Wenn und Aber" einen Sieg verlangt hatte, wurde bereits vor dem Spiel ausgepfiffen. Während der vor allem von seinem Team kläglichen Partie musste sich der 59-Jährige dann "Magath-raus"-Rufe und Forderungen nach Amateurtrainer Lorenz-Günther Köstner gefallen lassen.

Im Kampf gegen die Krise hatte Magath wieder einmal sein Team umgekrempelt und erstmals von Beginn an auf zwei Spitzen gesetzt. Offensiv blieb sein Team gegen Freiburg einiges schuldig. Der erst vor der Saison begnadigte und zum Offensiv-Fixpunkt ausgerufene Diego musste erstmals in dieser Saison auf die Bank und 90 Minuten lang zusehen. Mit Josué und Marcel Schäfer flogen weitere Führungsspieler aus der ersten Elf. Dafür durfte der im Januar verpflichtete Ferhan Hasani in seinem zweiten Bundesligaspiel zum ersten Mal von Beginn an ran.

Die personellen und taktischen Umstellungen blieben ohne Wirkung. Die verunsicherten Wolfsburger Spieler offenbarten eklatante Abstimmungsprobleme und Mängel in der Defensive. Lediglich VfL-Keeper Diego Benaglio und die Torlatte verhinderten ein ums andere Mal eine mögliche höhere Niederlage. Schon in der 19. Minute lief SC-Mittelfeldspieler Jonathan Schmid allein auf Benaglio zu, der die bis dahin beste Chance des Spiels souverän klärte.

Als Wolfsburg auch danach kaum Zugriff aufs Spiel fand, kamen erstmals während des Spiels Pfiffe auf. Ungemütlich wurde es vor der Pause, nachdem Freiburgs Caligiuri wie schon im vorherigen Bundesligaspiel gegen Nürnberg wieder per Foulelfmeter erfolgreich war. Der zuvor von Magath kritisierte Naldo hatte Erik Jendrisek ungeschickt gefoult. Mit einem Pfeifkonzert und in aufgeheizter Stimmung wurden die Wolfsburger in die Kabine verabschiedet.

Trotz des unglücklichen Auftritts ließ Magath sein Team zunächst unverändert. Die verunsicherten Gastgeber mühten sich indes weiter vergebens. Benaglio bewahrte sein Team etwa erneut gegen Caligiuri kurz nach Wiederanpfiff vor dem 0:2. Erste "Magath-raus"-Rufe von der Haupttribüne waren die Folge. Als Freiburgs Schmid (62.) und Caligiuri (64.) jeweils nur die Latte trafen, waren die folgenden "Wir haben die Schnauze voll"-Rufe noch lauter. Angesichts der Freiburger Entscheidung nach Schusters Kontertor gut fünf Minuten vor dem Ende flüchteten sich die Wolfsburger Anhänger in Galgenhumor, sangen vom "Europapokal" und dem "deutschen Meister VfL".

VfL Wolfsburg : Benaglio - Fagner (61. Träsch), Naldo, Pogatetz (68. Lakic), Rodriguez - Knoche, Kahlenberg - Vieirinha (61. Schäfer), Hasani - Olic, Dost

SC Freiburg: Baumann - Mujdza, Ginter, Diagne, Sorg (89. Hedenstad) - Makiadi, Schuster - Schmid, Caligiuri - Jendrisek (46. Kruse), Freis (79. Flum)

Schiedsrichter: Hartmann (Wangen)

Zuschauer: 25.080 Tore: 0:1 Caligiuri (40./Foulelfmeter), 0:2 Schuster (84.)

Gelbe Karten: Naldo (2) / Diagne (2), Mujdza (3)

Beste Spieler: Benaglio / Caligiuri, Diagne, Makiadi

Hoffenheim – Greuther Fürth

1899 Hoffenheim – SpVgg Greuther Fürth 3:3 (1:1)

Mit einem Treffer in letzter Minute hat Lasse Sobiech von der SpVgg Greuther Fürth den ersten Sieg der TSG 1899 Hoffenheim seit dem Autounfall von Boris Vukcevic verhindert. Damit kletterte Greuther Fürth mit nun fünf Punkten zumindest vorübergehend auf Platz 17, Hoffenheim bleibt mit der dritten sieglosen Partie nacheinander im Mittelfeld.

In der Hoffenheimer Fankurve hing erneut ein großes Bild von Vukcevic, die Gäste wärmten sich in T-Shirts mit der Nummer 7 und dem Schriftzug "Boris" auf: Auch drei Wochen nach dem Unfall des 22-Jährigen, der nicht mehr in Lebensgefahr schwebt, bestimmte die Anteilnahme am Schicksal des Junioren-Nationalspielers die Minuten vor dem Anpfiff.

Mit dem früheren Nationalstürmer Gerald Asamoah in seinem zweiten Startelfeinsatz legten die Fürther temporeich los und setzten das Heimteam früh unter Druck. Nach einem Pass von Sercan Sararer schoss Edu den Ball aus 13 Metern unbedrängt über das Tor (5.). Einen schwachen Versuch des Brasilianers zwei Minuten später hielt Hoffenheims Torwart Tim Wiese ohne Mühe.

Seine Vorderleute präsentierten sich ohne die gesperrten Sejad Salihovic und Daniel Wiliams zunächst konzentriert. Aus halblinker Position zirkelte Sebastian Rudy einen Freistoß in den Strafraum des Aufsteigers, wo Roberto Firmino freistehend aus sechs Metern den Ball durch die Beine von Max Grün köpfen durfte (8.). Das schnelle 2:0 vergab Takashi Usami: Zwar ließ der Japaner drei Verteidiger mit einem tollen Solo aussteigen, im Abschluss fehlte der Leihgabe vom FC Bayern München jedoch die Präzision (21.).

Engagiert, aber meist zu hektisch

Ansonsten prägten viel Leerlauf, reichlich Ballverluste und nur wenige Höhepunkte das Spiel. Beide Teams präsentierten sich engagiert, agierten aber meist zu hektisch. Erst Edgar Prib riss die Partie aus der Lethargie. Den Schuss des Fürthers wehrte Wiese noch zur Seite ab, aus kurzer Distanz ließ Zoltan Stieber (39.) dem früheren Nationaltorwart keine Chance und beendete die Fürther Torflaute nach 583 Minuten.

Nach einer Stunde hallten die ersten lauteren Pfiffe durch die halbleere Arena. Auch im zweiten Abschnitt blieb das Niveau mäßig. Dann rutschte Grün nach 63 Minuten beim Abschlag weg und spielte den Ball direkt zu Kevin Volland, der die Chance allerdings nicht nutzte und an Grün scheiterte.

Wenig später machte es der U21-Nationalspieler besser. Energisch ergrätschte sich Volland den Ball im Mittelfeld, passte den Ball zu Joselu, der das 2:1 schoss (67.). Der eingewechselte Vincenzo Grifo (77.) verpasste mit einem Lattenkracher die Entscheidung, stattdessen zirkelte Edgar Prib sieben Minuten später den Ball genau ins Eck und ließ Fürth auf den fünften Bundesligapunkt hoffen. Joselu (89.) ließ Hoffenheim dann kurz vor Schluss wieder jubeln, Lasse Sobiech sorgte für den Schlusspunkt (90. +3).

1899 Hoffenheim: Wiese - Beck, Delpierre, Compper, Johnson - Streker, Rudy - Roberto Firmino, Volland (90.+1 Schipplock), Usami (70. Grifo) - Joselu

SpVgg Greuther Fürth: Grün - Nehrig, Kleine, Mavraj, Schmidtgal - Sararer (80. Mikkelsen), Fürstner, Prib, Stieber (88. Sobiech) - Edu (75. Nöthe), Asamoah

Schiedsrichter: Siebert (Berlin)

Zuschauer: 22.150

Tore: 1:0 Roberto Firmino (8.), 1:1 Stieber (39.), 2:1 Joselu (67.), 2:2 Prib (84.), 3:2 Joselu (89.), 3:3 Sobiech (90.+3)

Gelbe Karten: - / Fürstner (2), Kleine (2), Prib (2), Sararer (2), Stieber (1)

Beste Spieler: Rudy, Volland / Sararer, Prib