Die Ruderin Nadja Drygalla wird zum 1. November als Sportsoldatin in die Bundeswehr aufgenommen. Das teilte ein Sprecher der Streitkräftebasis mit. Die Entscheidung sei nach Prüfung der Stellungnahmen des Deutschen Olympischen Sportbundes und des Deutschen Ruderverbandes (DVR) getroffen worden, sagte der Sprecher.

Während der Olympischen Spiele war bekannt geworden, dass Drygalla mit dem früheren NPD-Landtagskandidaten Michael Fischer liiert ist. Die Athletin hatte daraufhin mit der deutschen Teamleitung gesprochen und war kurz darauf vorzeitig aus London abgereist. Wenige Tage später distanzierte sie sich öffentlich von der rechten Szene .

Antrag auf Aufnahme schon vor Olympischen Spielen

Der Ruderverband hatte bereits vor den Olympischen Spielen eine Aufnahme Drygallas in die Sportförderung beantragt, die Bundeswehr aber Anfang August nach Abreise der Sportlerin um eine Zurückstellung des Antrags gebeten. Mitte August folgte ein zweiter Anlauf.

Der Fall Drygalla hatte in Sport und Politik für heftige Diskussionen gesorgt . So wurde etwa gefordert, dass Spitzensportler ein Bekenntnis zur Demokratie ablegen sollten. Innenminister Hans-Peter Friedrich lehnte das ab.

Drygalla war bis zum September 2011 Mitglied der Sportfördergruppe der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern . Dann wurde ihre Beziehung mit Fischer im Innenministerium bekannt, Drygalla schied aus dem Polizeidienst aus – auf eigenen Wunsch, wie es offiziell hieß. Der Deutsche Olympische Sportbund erfuhr nach eigenen Angaben erst während der Olympischen Spiele von der Beziehung.