Lazio Rom - VfB Stuttgart 3:1 (2:0)

Mit einer weitgehend schwachen Vorstellung vor leeren Rängen hat sich der VfB Stuttgart von der internationalen Fußball-Bühne verabschiedet. Eine Woche nach dem 0:2 vor heimischem Publikum verloren die Schwaben auch das Geisterspiel bei Lazio Rom und schieden im Achtelfinale der Europa League als letzte deutsche Mannschaft aus. Ein früher Doppelschlag von Libor Kozak (6./8. Minute) nahm dem VfB alle Illusionen und machte aus der Partie ein besseres Trainingsspiel. Mehr als das Anschlusstor durch Tamas Hajnal (62.) gelang den Stuttgartern nicht, ehe wiederum Kozak (87.) für den Endstand sorgte. Wegen rassistischer Ausfälle seiner Fans war Lazio von der Uefa zu zwei Heimspielen ohne Zuschauer verurteilt worden.

Die nach der Winterpause in die Krise geratenen Schwaben wurden im leeren Stadio Olimpico kalt erwischt, bewiesen aber im zweiten Durchgang immerhin Moral und stemmten sich mit Macht gegen die Niederlage. Die Defensive, in der Arthur Boka ausfiel, bekam den wendigen Kozak zunächst kaum in den Griff. Auch im Angriff hatte die Elf von Trainer Bruno Labbadia lange Zeit nicht viel zu bieten. Der im Hinspiel fehlende Vedad Ibisevic sorgte in der 41. Minute für Aufregung, als er Lazio-Torhüter Federico Marchetti mit dem Stollen unglücklich am Kopf traf. Der Keeper musste daraufhin ausgewechselt werden.

So trostlos wie die Kulisse war auch der Beginn des Spiels für die Stuttgarter, denn die leisen Hoffnungen auf ein Fußball-Wunder lösten sich schon nach wenigen Minuten in Wohlgefallen auf. Nach einer Flanke von Stefan Radu reagierte Kozak schneller als die Innenverteidigung der Gäste mit Georg Niedermeier und Serdar Tasci und überwand den machtlosen Sven Ulreich zur frühen Führung. Keine 120 Sekunden später war der Tscheche nach Zuspiel von Hernanes gegen die schläfrige VfB-Defensive erneut zur Stelle und schoss den Ball zum 2:0 unter die Latte.

"Das ist eine abgezockte Truppe, die wartet nur auf Fehler. Da können wir nicht gegenhalten", sagte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic zur Pause ernüchtert. Kozak, eigentlich nur der dritte Stürmer bei Lazio hinter dem weiter verletzt fehlenden Miroslav Klose und Sergio Floccari, erzielte damit schon seine Tore sechs, sieben und acht im laufenden Wettbewerb. Auch in der Zwischenrunde gegen Borussia Mönchengladbach war er zweimal erfolgreich gewesen.

Die Schwaben benötigten lange, um sich von den Gegentreffern zu erholen. Erst Mitte der ersten Halbzeit setzten sie erste Akzente im Spiel nach vorne, allerdings fehlte es den Aktionen an Entschlossenheit und Durchsetzungsvermögen. Auf der Gegenseite ließ Ulreich einen Freistoß von Antonio Candreva (35.) nach vorne abprallen und hatte Glück, dass kein Lazio-Stürmer in der Nähe war.

Als der Stuttgarter K.o. längst besiegelt war, ließen die nur noch mit halber Kraft agierenden Römer ihren Gästen mehr Freiheiten, die diese nach gut einer Stunde zu einer Verbesserung des Resultats nutzten. Der zuletzt von den Fans in Stuttgart geschmähte Hajnal traf mit einem Schuss von der Strafraumgrenze zum 2:1. Schon zuvor hatte Gotoku Sakai (52.) gegen Lazios Ersatzkeeper Albano Bizzarri eine große Chance vergeben. Als das 2:2 in der Luft zu liegen schien, traf Kozak zum 3:1.

Lazio Rom: Marchetti (43. Bizzarri) - Pereirinha, Biava, Ciani, Radu - Candreva, Onazi, Hernanes (74. Ederson), Lulic - Mauri (65. Ledesma) - Kozak
VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Niedermeier, Molinaro - Gentner, Holzhauser - Okazaki, Hajnal (74. Harnik), Macheda (64. Traoré) - Ibisevic
Schiedsrichter: Hagen (Norwegen)
Zuschauer: ohne (Uefa-Urteil)
Tore: 1:0 Kozak (6.), 2:0 Kozak (8.), 2:1 Hajnal (62.), 3:1 Kozak (87.)
Gelbe Karten: Biava / Hajnal, Ibisevic
Beste Spieler: Ciani, Hernanes, Kozak / Hajnal