Hitzlsperger: Ich habe das auch gelesen, allerdings verschwieg der Autor, dass mehr Steuergelder zurückfließen, als die öffentlichen Fernsehanstalten in den Fußball stecken. Das größte Problem sind doch viel mehr die Ausgaben für Leute, die gar nicht mitspielen, aber trotzdem abkassieren, deswegen ist Transparenz gut und wichtig. Wenn wir ehrlich sind, sind die Gehälter der meisten Spieler ohnehin bekannt, zwar nicht bis auf den letzten Cent, aber so genau, dass die Fans wissen, was Sache ist.

ZEIT ONLINE: Man hört, dass im Fußball Geld in dunklen Kanälen versickert oder veruntreut wird. Können Sie die Hand dafür ins Feuer legen, dass die Bundesliga frei von Wirtschaftskriminalität ist?

Hitzlsperger: Nein, dafür ist sie mir zu schade.

ZEIT ONLINE: Im Spiegel war zu lesen, dass Sie in Wolfsburg ein Jahresgehalt von 2,8 Millionen Euro bezogen hatten.

Hitzlsperger: Davon habe ich gehört.

ZEIT ONLINE: Was machen Sie mit dem vielen Geld?

Hitzlsperger: Wir Spieler sind gut beraten, für die Zeit nach der Karriere oder Verletzungsphasen vorzusorgen. Wir haben ja nur zehn bis fünfzehn Jahre für unsere Karriere, wenn es gut geht. Trotz der hohen Gehälter gibt es aber immer wieder Spieler, die ein paar Jahre nach ihrer Laufbahn nichts mehr haben.

ZEIT ONLINE: Wären Lebensarbeitszeitkonten die Lösung?

Hitzlsperger: Kann sein, aber für einige würde das nur bedeuten, dass sich der Absturz verzögert. Da ist viel Unvernunft im Spiel, aber auch schlechte Finanzberatung. Nicht alle kommen zudem mit dem Bedeutungsverlust zurecht, wenn man nicht mehr im Rampenlicht steht und seine Gruppe verlässt. Bei manchen Ex-Profis kommt eine teure Scheidung noch obendrauf.

ZEIT ONLINE: Verdient man in England als Fußballer mehr?

Hitzlsperger: Nein, das würde ich nicht sagen. Gute Fußballer verdienen in Top-Ligen überall viel Geld.